Der gerade gegründete Verein ZusammenLebenWeferlingen hat zur Unterstützung der Flüchtlinge, die in Weferlingen leben, viel vor. Erste große Aktion ist ein Begegnungsfest am 14. Juni auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft.

Weferlingen (aro) l "Die Unterstützergruppe reicht nicht mehr", erklärte Martin Krems-Möbbeck. Um die zahlreichen Vorhaben richtig angehen zu können und vor allem auch unproblematisch Fördermittel beantragen zu können, müsse ein Verein gegründet werden. Die Unterstützergruppe war Ende des vergangenen Jahres entstanden, bevor die ersten Flüchtlinge in die Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Kaserne einzogen. Sie hatte einen Willkommensabend, eine Ortsführung und einen Informationsabend für syrische Flüchtlinge organisiert. Viele Einwohner haben Sachspenden ins Heim gebracht. Die Syrer haben gemeinsam mit Gymnasiasten eine Ausstellung über ihr Land gestaltet. Zwei Deutschlehrerinnen geben neben dem Kurs der Kreisvolkshochschule ehrenamtlich Sprachunterricht.

Für weitere Projekte werden finanzielle Mittel gebraucht, zudem soll die Arbeit zur Unterstützung der Flüchtlinge verbindlicher gestaltet werden. Noch mehr Menschen der Region sollen einbezogen werden, argumentierte Martin Krems-Möbbeck. Aus dem Engagementfonds, den das Sozialministerium aufgelegt hat, könnte ein Verein Förderung bekommen. Das sei zwar auch als Initiative möglich, doch die Handhabung sei sehr viel komplizierter. 15 Frauen und Männer, die sich im Haus der Generationen und Vereine getroffen hatten, stimmten der Gründung des Vereins ZusammenLebenWeferlingen zu. Der Verein "setzt sich für das friedliche Zusammenleben und die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen unabhängig von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, religiöser oder weltanschaulicher Zugehörigkeit in der Ortschaft Weferlingen, in der Stadt Oebisfelde-Weferlingen und in den benachbarten Regionen ein", heißt es in der Satzung. Mitglieder können sowohl natürliche als auch juristische Personen werden. Darauf einigten sich die Gründungsmitglieder, da der neue Pfarrer Thomas Vesterling nachgefragt hatte, ob die Kirchgemeinde Weferlingen auch Mitglied werden könne. So können auch Institutionen und andere Vereine dem neuen Verein beitreten.

Fünf Mitglieder sollen den Vorstand bilden. Bereits gewählt wurden Martin Krems-Möbbeck, der den Vorsitz übernommen hat, Sabine Müller als Schatzmeisterin sowie Isabella Weglowski und Thomas May. Da nicht alle Interessenten, die in dem Verein mitarbeiten wollen, am Gründungsabend dabeisein konnten, soll das fünfte Vorstandsmitglied noch nachgewählt werden.

Für das erste Vorhaben des Vereins drängt schon die Zeit. Am 14. Juni soll auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft ein Familien-, Spiel- und Begegnungsfest stattfinden. Einheimische und Flüchtlinge sollen sich hier näher kennenlernen können. Die Kinder können gemeinsam auf dem Spielplatz herumtollen. Ein Kuchenbüfett wird vorbereitet, und es wird gegrillt. Auch musikalische Unterhaltung wird geplant.

In Kooperation mit dem MTV Weferlingen soll es offene Sportangebote für die Flüchtlinge geben, aber auch die Abteilungen nehmen gern Interessenten auf. Neu ist Aikido, eine defensive moderne japanische Kampfkunst, die Artur Weglowski trainieren wird.

Gegenwärtig leben neun Kinder in der Unterkunft. Sie besuchen Grundschule, Sekundarschule und Gymnasium. Für sie soll es spezielle Sprachförderung und möglichst Schulpaten geben. Dafür wie auch für weitergehenden Deutschunterricht für Erwachsene sollen Lehrmittel angeschafft werden. Gaby Rohr hat vor, ähnlich wie beim Eine-Welt-Chor in Haldensleben, mit den Asylbewerbern einen Chor zu gründen, um mit ihnen auch singend Deutsch zu lernen.