Born. Knapp 60 Aktivisten folgten gestern dem Aufruf der Bürgerinitiative "Offene Heide" zum inzwischen 211. Friedensweg und demonstrierten für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide.

Seit dem Abzug der Roten Armee nach der Wende und der sich nahtlos anschließenden Nutzung des Truppenübungsplatzes – im Herzen der Heide – durch die Bundeswehr rufen die Veranstalter an jedem ersten Sonntag im Monat zum Friedensweg auf und fordern den Abzug der Bundeswehr vom "Truppenübungsplatz Altmark". In dem hochmodernen Gefechtsübungszentrum bereitet die Bundeswehr Rekruten auf Auslandseinsätze vor.

"Linke"-Mann Henke: "Die Jugend erinnern"

"Aber nicht nur im Krieg im Ausland sterben unsere Soldaten, denn von Unglücksfällen fernab der Front liest man immer wieder", erklärte der Landtagsabgeordnete der "Linken", Guido Henke. Er überbrachte den Demonstranten "solidarische Grüße unserer Fraktion" und ergänzte: "Solche Unglücksfälle nehmen das vorweg, was das Wesen einer Armee eigentlich ausmacht:den Tod und das Töten. Daran sollte man gerade jetzt, wenn die Jugendweihen wieder gefeiert werden, die jungen Menschen erinnern. Denn sie stehen bald vor Frage: Ja oder Nein zum Militär?"

Rednerin Christel Spenn mobilisierte die Teilnehmer für eine Mahnwache gegen den nächsten Castor-Transport. Mitte Februar soll der nächste "Castor" über Magdeburg in Richtung Atommüll-Zischenlager Lubmin geführt werden. "In Magdeburg regen sich gegenwärtig viele Protestaktionen. Vom 15. bis 17. Februar wird es eine Mahnwache auf dem Magdeburger Bahnhofsvorplatz geben. Schaut vorbei und unterstützt die Teilnehmer mit eurer Anwesenheit. Schreibt Leserbriefe, stellt Kerzen in die Fenster. Bittet eure Kirche, die Glocken zu läuten, den früher wurden bei Katastrophen immer die Glocken geläutet. Und der Castor ist wie die ganze Atomkraft eine Katastrophe für uns alle", sagte Christel Spenn.

Friedensweg auf Tour ins Friedensfahrtmuseum

Bei stürmischem, aber trockenem Wetters konnte die Bürgerinitiative gestern viele neue Gesichter aller Generationen begrüßen. Sie kamen aus Berlin und Schönebeck, aus Stendal und Gardelegen und natürlich aus dem Landkreis Börde. Nach der Kundgebung begaben sich die Demonstranten auf eine fünf Kilometer lange Wanderung durch den Heidewald rund um Born.

Im Februar ist die Bürger-initiative unterwegs, denn der Friedensweg geht auf Tour und macht am 26. Februar Station im Friedensfahrtmuseum in Kleinmühlingen.

Der nächste Friedensweg in der Heide findet wieder am Sonntag, dem 6. März, in Letzlingen statt. Nach einer Kundgebung auf dem Marktplatz um 14 Uhr geht es auf zu einer fünf Kilometer langen Wanderung rund um den Letzlinger Ortsteil Theerhütte.

Gegen 16 Uhr wird Referent David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus beim Verein "Miteinander" im Letzlinger Heidehotel über das Thema "Die Bundeswehr im Blickfeld rechtsextremer Aktivitäten" sprechen.

Jedermann ist sowohl zu der Februar-Tour nach Kleinmühlingen als auch zum 212. Friedensweg nach Letzlingen eingeladen.

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