Bereits im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat sich dafür entschieden, einen Wirtschaftsförderer in die Verwaltung zu integrieren. Das Vorhaben wurde dann aus finanziellen Gründen noch einmal nach hinten gestellt. Nun hat der Hauptausschuss in seiner vergangenen Sitzung zugestimmt, dass Peter Schorlemmer ab 1. März die Stelle des Wirtschaftsförderers antritt.

Oebisfelde-Weferlingen. "Wir sind jetzt seit einem Jahr eine Einheitsgemeinde, und wir müssen gemeinsam vorwärtsgehen. Das heißt auch, dass die Gewerbegebiete mit Leben erfüllt werden müssen", sagte Peter Schorlemmer. Er hatte sich auf die Stelle des Wirtschaftsförderers beworben und letztlich den Zuschlag erhalten. Bundesweit war die Stelle im vergangenen Jahr ausgeschrieben worden.

Nur sechs Bewerber hätten sich darauf gemeldet, erinnert sich Bürgermeisterin Silke Wolf. Vier seien dann eingeladen worden, drei von ihnen im Rathaus erschienen.

"Ein junger Mann hatte zugesagt, vor Vertragsunterschrift dann aber doch nach zwei Tagen abgesagt", so Wolf. Die Stelle sei zunächst auf ein Jahr befristet, gezahlt werde nach Haustarif.

"Ich denke, dass wir mit Peter Schorlemmer nun einen sehr guten Griff getan haben. Er kennt die Region, ist seit zehn Jahren Bürgermeister in Hörsingen und hat viele Kontakte. Ich denke, er wird mit viel Engagement und Kraft an seine neue Aufgabe gehen", so Wolf. Genau das hat Schorlemmer sich vorgenommen. "Die Zeit drängt auch", sagte er. Schon allein durch die fertiggestellte Umgehungsstraße Oebisfeldes stünden die Chancen für Neuansiedlungen gut. Dazu müsse die Stadt Oebisfelde-Weferlingen sich aber präsentieren. Und die Messen würden jetzt im Frühjahr stattfinden. Es müssten Kontakte geknüpft werden, auch zu anderen Wirtschaftsförde-rern.

Im Hinterkopf müsse sein, dass die Zuweisungen des Landes in den kommenden Jahren weniger werden. "Wir müssen es schaffen, die Gewerbesteuereinnahmen durch Neuansiedlungen zu erhöhen, um als Stadt auf eigenen Füßen zu stehen. Wir müssen die Wirtschaft unserer Stadt nach vorne bringen." Dass das sehr schwierig sei und nicht innerhalb weniger Monate zu realisieren, sei ihm durchaus bewusst.

"Ich sehe mich auch als Bindeglied zwischen Firmen und der Verwaltung. Wir werden alles möglich machen, um Investoren hier einen guten Start zu verschaffen", so Schorlemmer. Die Voraussetzungen dafür seien günstig, es gebe ausreichend Flächen, die Nähe zu Wolfsburg sei ein wichtiges Kriterium, der Kanal sei in der Nähe und nun auch die Umgehungsstraße fertiggestellt.

Froh sei er, dass er, auch wenn er seine Stadtratsarbeit beenden müsse, Ortsbürgermeister von Hörsingen bleiben könne. "Das ist mir schon sehr ans Herz gewachsen", sagte Schorlemmer.

Und über noch eines habe er sich sehr gefreut. "Mein bisheriger Chef hat Verständnis für diesen Schritt. Nach 20 Jahren Zusammenarbeit und entsprechend gewachsenem Vertrauen fällt der Schritt zwar nicht leicht, aber auch mein Chef weiß, wie wichtig ein Wirtschaftsförderer für Oebisfelde-Weferlingen ist. Das kann die Bürgermeisterin nicht mehr nebenbei stemmen. Ich werde mich da voll reinhängen", so sein Versprechen.