Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff besichtigte gestern Vormittag die Puschendorf Textilservice GmbH in Flechtingen. Eine rasante Entwicklung konnte er dem Unternehmen bescheinigen, obwohl der Start nicht einfach gewesen sei, wie Carsten Puschendorf, Geschäftsführender Gesellschafter, berichtete.

Flechtingen. 77 Frauen und Männer stehen bei der Puschendorf Textilservice GmbH in Flechtingen in Lohn und Brot. Und es könnten noch einige mehr sein. "Wir fahren sozusagen nur im Eineinhalb-Schicht-System", sagte Carsten Puschendorf seinem Gast im Rahmen eines Rundganges durch die moderne Reinigungsmaschinerie. Doch geeignete Arbeitskräfte zu finden, sei mittlerweile in der Region sehr schwer. Dabei bildet die Firma sogar junge Leute zu Textilreinigungs-Facharbeitern aus. Mit einem ordentlichen Hauptschulabschluss, Engagement und Zuverlässigkeit habe man gute Berufschancen. In der Regel gebe es jährlich zwei Auszubildende in Flechtingen.

Etwa 24 bis 25 Tonnen frisch gewaschene, gestärkte und gebügelte Wäsche verlassen täglich das Werk in Flechtingen - neben Schönebeck und Geithain einer von drei Standorten des Unternehmens. "Im Februar haben wir zum ersten Mal die Schallmauer von 100 000 Kilogramm Wäsche pro Tag geknackt", verkündete Carsten Puschendorf und überraschte damit sogar seinen Vater Bernd Puschendorf mit der freudigen Nachricht.

Von der chemischen Zumischung der Waschmittel über den Waschvorgang bis hin zum Trocknen und Bügeln laufen die Wäschestücke wie von Geisterhand geführt quer durch die Halle. Doch ohne die Mitarbeiter ginge es trotzdem nicht. Überall fassen sie mit zu, wechseln die Wäschestücke von einem Prozess zum nächsten, hängen auf und falten zusammen, was sauber wieder das Werk verlassen soll.

Wenn die Mitarbeiter zufrieden sind und gern zur Arbeit gehen, könne erreicht werden, was die Puschendorf Textil GmbH erreicht hat, würdigte der Wirtschaftsminister in einer kleinen Rede vor der Belegschaft und Auftraggebern des Dienstleistungsunternehmens. Krankenhäuser, Hotels, Senioren- und Pflegeheime bis hin zum Kurhaus Flechtingen gehörten zu den Kunden.

Als ehemaliger Arbeitsamtsleiter und heutiger Wirtschaftsminister, sagte Reiner Haseloff, sei er erfreut über die Halbierung der Arbeitslosenquote in den vergangenen fünf Jahren. Das zeige doch, dass es sich lohne, in Sachsen-Anhalt zu bleiben. Daran hätten Unternehmen wie die Puschendorf Textilservice GmbH einen großen Anteil.