Calvörde. Das Meckermobil des MDR hat am Dienstag die Bewohner der Gemeinde Calvörde besucht. "Der Ansturm ist groß. Alles können wir nicht über den Sender laufen lassen, soviel Interessantes gibt es für uns in Calvörde zu hören und zu entdecken", berichtete Aufnahmeleiter Dr. Michael Wasian, der mit seinem Team und dem rollenden Fernsehstudio vor dem Einkaufsmarkt in der Mitte des Ortes parkte.

"Unsere Sorge ist, dass es in Calvörde keinen Saal für Veranstaltungen gibt. Früher hatten wir einen Saal im Grieps, der damals abgebrannt war", berichtete Sabine Veit vom Feuerwehrverein und erklärte: "Das ist für die Zusammenarbeit der Vereine sehr schlecht. Dieser Zustand bricht vielen Vereinen das Genick." Elfriede Hübner schlug vor, das Gebäude des NP-Marktes als Veranstaltungsraum zu nutzen. "NP zieht ja bald um, dann wäre die Räumlichkeit, die behindertengerecht zu ebener Erde liegt, frei", meinte sie und betonte: "In Calvörde kann man sich sehr wohlfühlen. Die Vereinsarbeit wird sehr gefördert. Für die Jüngeren müsste es - außer Sport - noch ein Angebot geben."

Elfriede Hübner lobte das Engagement von einzelnen Personen, wie Karl-Heinz Lindeke vom Heimatverein und Bodo Kretschel vom Chor, der trotz seines hohen Alters noch Mut habe, sehr viel zu bewegen. Sie kritisierte: "Mich ärgert die fehlende Sauberkeit. Obwohl alle 50 bis 100 Meter ein Papierkorb steht, wird er nicht benutzt. Außerdem fragte sie, "wo sind all die schönen Sitzbänke hin, die im Zuge der 800-Jahrfeier aufgestellt wurden? Was mir richtig stinkt, ist der Hundekot. Ich bin selbst Hundebesitzerin und habe immer die Hundetoilette dabei. Etliche Hundebesitzer räumen den Kot nicht weg."

Ernst Zajons fand keinen Grund zur Kritik: "Meckern kann jeder, man muss selbst etwas machen." Als Trainer der Calvörder Judokas lobte er die Gemeinde, die die Sportvereine unterstützt. Zu den mehr als 20 Gästen des Mobils gehörte auch Kerstin Wiener. Als Vorsitzende des Heimatvereins Dorst warb sie für die Calvörder Festtage, die vom 17. bis zum 19. Juni in Dorst gefeiert werden. Die Dorsterin wünscht sich, dass viele Ehrenamtliche zum Gelingen der Festtage beitragen. Auch neugierige Knirpse der Calvörder Kita nahmen im Mobil Platz. Die Kinder waren eigentlich auf dem Weg zur Begrüßung des Storches, der gerade auf seinem Horst am Calvörder Markt gelandet war.

Heidemarie Schweickert, Vorsitzende des Chores, freute sich, dass Calvörde so viele Vereine hat. "Man trifft aber immer die gleichen Leute. Es ist schade, dass viele Calvörder die Angebote nicht nutzen", sagte sie und spendierte Kuchen, um dem Team den Aufenthalt zu versüßen.

Betont haben die Fernsehleute, dass sie sich in Calvörde sehr wohl gefühlt haben. Sie resümierten: "Wir kommen gern wieder nach Calvörde." Doch vor ihrer Heimreise sind die Reporter noch einem Problem nachgegangen. Sabine Wieter vom Naturpark Drömling hatte nämlich den schlechten Zustand des Kräuterbeetes auf dem Gelände des Infohauses beschrieben. "Die Beete sind mit Holzpfählen eingefasst, die alle paar Jahre erneuert werden müssen, weil sie verwittern."

Das Fernsehteam sah sich in Kämkerhorst um und schilderte dann Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake das Problem. Prompt war er bereit zu helfen. Schliephake ist nämlich nicht nur ehrenamtlicher Bürgermeister, sondern auch Mitarbeiter der Forstverwaltung. Er ließ Eichenpfähle schlagen und brachte diese nach Kämkerhorst.

Ob die Kräuterbeete noch pünktlich zum Saisonbeginn verschönert werden und was den Calvördern noch so auf den Nägeln brennt, kann man heute in der Sendung "Sachsen-Anhalt heute" ab 19 Uhr sehen.

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