Calvörde (aro). 38 Jahre nach ihrem letzten Schultag in der Calvörder Schule trafen sich Ehemalige nun zu einem Klassentreffen. Der Organisator der Wiedersehensfeier war Hubertus Nitzschke. "Als Schütze hat er mit dem Wiedersehen voll ins Schwarze getroffen", sagten Astrid Stadler und Lorenz Tacke, die Nitzschke in Hinsicht der Kontaktaufnahmen zu den Mitschülerinnen und Mitschülern unterstützt hatten. "Beim Rundgang durch die Schule führte uns der Hausmeister Horst Wendt. Vieles hat sich in den Gebäuden und in den Klassenräumen verändert, wir waren angenehm überrascht", sagte Nitzschke.

Die Ehemaligen erinnerten sich noch an den Brand in der Schule 1972. "Damals hieß es: ,Hurra, die Schule brennt\'", feixten die Schüler von damals. Als sie aus der Schule entlassen wurden, war das Gebäude noch nicht wieder hergestellt. "Unser Klassenzimmer war der Kulturraum in der Geschwister-Scholl-Straße. Die Lehrkräfte gaben sich die Klinke in die Hand, denn unterrichtet wurde zu dieser Zeit an mindestens zehn Stellen innerhalb des Ortes", erinnerten sich die Klassenkameraden und waren sich einig: "Da ist es nicht verwunderlich, dass wir nicht mehr genau wissen, wer wo in welchem Raum der eigentlichen Schule gesessen hat."

"Nach dem Besuch der Schule ging es zu Peter Eikel. Da sollten wir aber keine Blumen kaufen und somit die Geschäftskasse auffüllen, sondern Peter, selbst Schüler der Klasse, und seine Frau haben keine Mühen gescheut, uns den Abend angenehm zu gestalten", sagte der damalige Klassenlehrer Eberhard Kinder und beschrieb: "Eikels haben 22 Personen untergebracht, hervorragende Speisen und Getränke organisiert und damit für gute Stimmung gesorgt. Sie hatten dabei nicht einmal Angstschweiß auf der Stirn."

Die Ehemaligen erzählten in gemütlicher Runde Interessantes aus ihrem Leben. Und man merkte dabei, nicht jeder von ihnen war immer nur auf der Sonnenseite des Lebens, es gab auch Unerfreuliches. Aber schnell waren die Gedanken wieder auf das Heute gerichtet. Nicht wenige Hände hoben sich in der Runde auf die Frage: Wer ist denn schon Oma, wer schon Opa? Da wurde allen Anwesenden bewusst, dass die Zeit immer größere Schritte nimmt. War es eine schöne Zeit? Lehrer Eberhard Kinder wusste die Antwort: "Ich finde, ja. Unterrichtsmäßig war es eine ganz normale Klasse mit netten Mädchen und Jungen, mit denen man allerhand unternehmen konnte. Und freundlich sind sie zu mir auch heute noch, das zeigt mir dieses Ehemaligentreffen." Das Treffen war als eine Art Probe gedacht, denn 2013 soll "40 Jahre Schulentlassung" gefeiert werden.