Der Dorfteich am Mammendorfer Weg bei Groß Santersleben wird begrünt. Am Montag haben Landschaftsplaner mit der Umsetzung eines facettenreichen Bepflanzungsplanes begonnen. Damit wird der letzte Bauabschnitt des Renaturierungsprojekts am idyllischen Naherholungsgebiet vollzogen.

Groß Santersleben. Der Winter ist vorbei, die Sonne kitzelt die Nase, es ist Pflanzzeit. Die Finanzierung für die Begrünung des Groß Santersleber Dorfteiches steht seit Längerem. Dank einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme der Windkraftfirma Germania, die drei Windräder errichtet hatte, konnten insgesamt 38 000 Euro bereit gestellt werden.

In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde kann der Dahlenwarsleber Landschaftsplaner Marcus Bursian nun seine Ideen in die Praxis umsetzen. Sein vielschichtiges Konzept hat den Ortschaftsrat überzeugt. Seit Montag ist er mit acht Mitarbeitern im Einsatz. An den Uferbereichen wird gewühlt, gebaggert, gepflanzt und geackert. Rings um den Teich recken sich Baumstämme dem Himmel entgegen. Bursian erklärt das gewöhnungsbedürftige Bild: "Das sind Weidensetzlinge, genauer Kopfweiden- setzlinge. Sie brauchen viel Wasser und finden am Ufer beste Bedingungen. Die ersten Knospen treiben schon aus." Die noch kahlen Stämme bekommen in zwei Monaten üppige grüne "Köpfe", versichert Bursian.

In Nachbarschaft der Weiden gedeihen Sumpfpflanzen mit so klangvollen Namen wie Froschlöffel und Schwertlilie, auch Seerosen werden bald auf dem glitzernden Wasser leuchten. Verführerische Düfte werden sich zur Blütezeit über das ganze Ufer erheben. Die Landschaftsgärtner säen Heilkräuter wie Huflattich, Beinwell und Wilde Petersilie aus. Grün- und Blütensträucher sowie Vogelnährgehölze gesellen sich zu den Bäumen und Kräutern

Und: Der Teich bekommt mit der "Allee des Wissens" eine pädagogische Note. "Am östlichen, westlichen und nördlichen Ufer pflanzen wir 60 verschiedene Laub- und Nadelbäume. Neben verschiedenen Birken und Eichensorten auch seltener vorkommende Bäume wie den Baum des Jahres 2011, die Elsbeere, den Ginkgobaum, die Balsampappel oder den Zuckerahorn, aus dem die Indianer einst die Süße gewonnen haben. Die Blätter der Balsampappel wurden früher wegen ihres Dufts in Salben und Cremes verarbeitet", berichtete Bursian und war ganz in seinem Element.

Nach Abschluss der Pflanzarbeiten sollen kleine Tafeln die Bäume näher beschreiben.

Am südlichen Ufer ergänzt eine erlesene Auswahl landschaftlich typischer Gesteine die "Allee des Wissens".

Während an der gestalterischen Lösung des umstrittenen Laufsteges (Volksstimme berichtete) noch getüftelt wird, stehen andere bauliche Maßnahmen bereits fest. Ein kleiner Badestrand ist bereits aufgeschüttet, geplant ist auch eine Feuerstelle, die von einem Kreis mächtiger Felsen (Megalithe) umsäumt wird. "Ein bisschen sieht es dann hier aus wie im englischen Stonehenge", ulkte Bursian. Gedeihen soll in Zukunft auch ein Kirschpavillon: Zwölf Kirschbäume werden im Carré gepflanzt, ihre Kronen verwachsen mit der Zeit zu einem Schatten spendenden grünen Blätterdach.

Die ersten Gäste tummeln sich bereits auf der kleinen Teichinsel. Ein Entenpärchen hat hier Quartier bezogen. Und schon bald dürften die Zwei Gesellschaft von naturverbundenen Spaziergängern und Ausflüglern bekommen.