In der integrativen Kindertagesstätte "Regenbogen" in Havelberg hat eine "Kita-Spielothek" eröffnet.

Havelberg l Erzieherin Simone Dülfer, die sich zurzeit in der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin befindet, stellte den zum Vortrag eingeladenen Eltern die Neuanschaffung zunächst erst einmal vor. Dazu war von der Evangelischen Fachschule für Soziale Berufe in Wolmirstedt auch ihre Lehrerin Gisela Krohn gekommen, um ihrer Schülerin beim Referieren zum Thema Spielen zuzuhören. "Jetzt beginnt der Ernst des Lebens", heißt es oft, wenn Kinder in die Schule kommen. Oder: "Jetzt wird gelernt statt gespielt!"

Dabei steht Spielen gar nicht im Widerspruch zum Lernen. Ganz im Gegenteil: Kinder lernen im Spiel. Simone Dülfer zitierte Prof. Manfred Spitzer, den Leiter des Transfer Zentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL): "Im Grundschulalter finden entscheidende Phasen der Hirnreifung statt, die durch das Spiel unterstützt werden können." Er hatte vor fünf Jahren gemeinsam mit dem in Frankfurt am Main ansässigen Verein "Mehr Zeit für Kinder" die Initiative "Spielen macht Schule" gegründet. Der Hirnforscher weiß: "Spielen macht schlau. Denn Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel". Ein gutes Spielzeug sollte in der Lage sein, förderlich auf die kindliche Entwicklung einzuwirken. Daher sieht Spitzer gute Spiele als wichtige Ergänzung des schulischen Bildungsangebots.

Und von den guten Spielen bekam die Havelberger Kita eine ganze Menge. "Wir haben an dem Wettbewerb des Vereins teilgenommen und für die Spielothek sowie für für weitere Spiele 900 Euro gewonnen", freut sich die Leiterin Heidi Lähns. Der Begriff "Kita-Spielothek" ist ein Wortspiel, das sich aus "Kindertagesstätte" und "Spielen" zusammensetzt. Das Konzept der "Kita-Spielothek" basiert wie bei einer Bibliothek auf einem Ausleihsystem und beinhaltet Spiele und Spielwelten, die Pädagogen und Wissenschaftler des ZNL getestet haben. Die Spiele können ausgeliehen werden und sollen zum Spielen zu Hause anregen.

Die Eltern, die zum Vortrag erschienen waren, profitierten als Erste davon, denn sie konnten zusammen mit ihren Kindern die Spiele ausprobieren und ausleihen. Da gab es schon vor dem Fest strahlende Kinderaugen und eine Verlängerung des Wunschzettels.

 

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