Die Wulkauer Hermann Kleemann, Wilhelm Brand und Hugo Tuchow hatten im Februar 1933 die Freiwillige Feuerwehr Wulkau ins Leben gerufen. 2013 begingen die Brandschützer das 80. Gründungsjubiläum.

Wulkau l Aus der Anfangszeit liegen allerdings keine Protokolle mehr vor, es existiert lediglich eine Zeitungsnotiz vom 11. Juli 1933. Darin ist nachzulesen, dass der Gastwirt Herrmann Kleemann zum ersten Brandmeister und der Landwirt Wilhelm Brand zum zweiten Brandmeister gewählt worden waren.

Für die Bedienung der neuen Motorspritze wurden fünf Kameraden ausgebildet. Die Spritze wurde am 8. September 1933 vom Beauftragten der Sozietät (Versicherung) abgenommen, sie förderte bis zu 600 Liter Wasser je Minute. Zu jener Zeit besaß Wulkau lediglich zwei Flachspiegelbrunnen, zudem war Schönemanns Kuhle Löschwasserentnahmestelle - diese wurde im Winter eisfrei gehalten. Heute gibt es 18 Brunnen im Ort.

Nach dem Krieg konnten sich die Wulkauer sogar über ihr erstes Löschfahrzeug freuen, es stammte aus Holland. Doch die Freude währte nur kurz. Die Arbeit in der Nachkriegszeit lag am Boden, erst 1948 ging es weiter. Eine Werbeaktion brachte zehn neue Kameraden. Erster großer Einsatz nach dem Krieg war ein Großbrand am 28. Januar 1950 in Sandau.

Bauern mussten Pferde bereit halten

Die Alarmierung erfolgte damals per Luftschutzsirene, die mit der Hand angekurbelt werden musste. Die Bauern mussten im vierteljährlichen Wechsel Pferde stellen, die im Alarmfall vor die Spritze gespannt wurden. Später übernahm die Maschinenausleihstation den Gespanndienst, die Pferde wurden durch einen Trecker ersetzt. Die LPG führte dies weiter fort, heutzutage unterstützt die Agrargenossenschaft im Notfall mit Wasserwagen.

Die LPG half der Wehr aber auch bei Transportproblemen, etwa wenn es zu den Kreismeisterschaften ging - hier belegten die Aktiven oft vordere Plätze. Der LPG-Bus wurde ihnen allerdings nur unter Auflagen zur Verfügung gestellt: Als Gegenleistung mussten Rüben gehackt werden. Ebenfalls gegen Arbeitsstunden wurde das undichte Dach des Gerätehauses eingedeckt. Insgesamt 105 Stunden lang wurden in der Ziegelei Havelberg Dachsteine produziert.

Dank der guten Brandschutzarbeit gab es kaum Brände im Ort, die auf Fahrlässigkeit zurückzuführen waren. Lediglich die Dampflok auf der nahen Kleinbahnstrecke sorgte öfters mal für Einsätze.

Oft sammelten die Aktiven Altstoffe oder Schrott, auch stellten sie Kinowachen bei den Filmvorführungen. Bis heute hat sich die Tradition des Maibaumaufstellens erhalten. Seit 1951 gab es zudem jeden Winter einen Feuerwehrball.

Nach Herrmann Kleemann leiteten Hugo Tuchow, Walter Pfüller und Karl-Heinz Liermann die Wehr, letzterer mit insgesamt 39 Dienstjahren am längsten. 1993 folgte Gerd Pfüller, zudem feierte die Wehr ihren 60. Gründungstag. Wettkämpfe und Umzug fielen dem Dauerregen zum Opfer, gefeiert wurde dennoch - in der Reithalle der Familie Baumgartner.

Im selben Jahr wurde die Jugendwehr gegründet - eine der ersten in der Region. Toralf Henning, David Knoke und David Meinschien waren mit dabei - sie sind jetzt Wehrleiter, Jugendwart und Maschinist.

Eine neue Tragkraftspritze gab es 1997, das Löschfahrzeug vom Typ LO erhielt einen neuen Motor - der alte schaffte nur noch 30 Stundenkilometer. Ein Jahr später wurde in Eigenregie das Gerätehaus saniert, die Fahrzeughalle erhielt einen neuen Fußboden, Umkleideraum und Dachboden wurden saniert. Einzug hielt ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug, das für 180000 Mark angeschafft wurde. Letzte größere Anschaffung war 2009 eine neue Tragkraftspritze.

Das 2013 geplante Fest zum 80. Gründungstag fiel der Flut zum Opfer, wie schon 2002 waren die Wulkauer Aktiven bei der Deichverteidigung stark eingebunden. Unter anderemmusste mit vielen weiteren Helfern eine gefährliche Böschungsrutschung am nahen Elbdeich stabilisiert werden.