Die Hochwasserkatastrophe vom Juni des vergangenen Jahres hat auch die Vereinsarbeit der Kamernschen Kaninchenzüchter beeinträchtigt. Dennoch konnten bei Schauen ordentliche Ergebnisse erzielt werden.

Kamern/Sandau l Um Rechenschaft für das Zuchtjahr 2013 abzulegen und Pläne für das neue Jahr zu schmieden, haben sich die Mitglieder des Kaninchenzuchtvereins G 820 "Züchterglück" Kamern am Sonnabend im Sandauer "Schützenhaus" getroffen. Vereinsvorsitzender Andreas Engel berichtete, dass sich die Mitglieder bei der Stallbegehung im Mai über die guten Aufzuchtergebnisse gefreut hatten. "Da konnte noch keiner ahnen, dass vier Wochen später die Welt ganz anders aussieht", sprach er die Flut und die Folgen des Deichbruches für Kamern an.

Computer geht im Wasser unter

In irgendeiner Weise waren alle Mitglieder von der Katastrophe betroffen, ganz besonders jedoch die Zuchtfreunde Candy Hünemörder sowie Monika und Erhard Michael. Ein großes Dankeschön richtete er in diesem Zusammenhang an den Verein in Tucheim, der die Zuchtkaninchen von Erhard Michael aufgenommen hatte.

Der Verein war auch direkt betroffen, denn Drucksachen, Computer und so manche Aufzeichnung aus den vergangenen Jahren sind im überschwemmten Keller bei Michaels im Wasser untergegangen. Dennoch hat der Kassenwart akribisch alle Finanzen des Vereins verwaltet - Geldscheine wurden zum Trocknen auf die Leine gehängt - wie sich später in seinem Bericht und dem der Kassenprüfer Sigrid Hellwig und Karl-Heinz Flatterich zeigte.

Kaninchenschauen wurden abgesagt. Die gemeinsame Tischbewertung mit dem Nitzower Verein konnten die Kamernschen nicht besuchen. "Besonders schwierig war die Organisation der Kreisschau des Kreisverbandes Altmark Ost im Oktober bei uns in Kamern", berichtete Andreas Engel weiter. Zum Beispiel war nicht klar, ob die Turnhalle, die als Spendenlager diente, schon wieder nutzbar ist. "Aber es hat dann alles doch ganz gut geklappt. Alle Züchter und Besucher haben uns großen Respekt und Anerkennung gezollt. So haben wir gezeigt, dass das Leben weitergeht." Ein Dankeschön ging in diesem Zusammenhang an den Landesverband, die Gemeinde Kamern und den Verein Tucheim für die erhaltenen Flutspenden.

Höhepunkt war im vergangenen Jahr das 50-jährige Bestehen des Vereins, das im November gefeiert wurde.

Vereinsmeister ausgezeichnet

Die Vereinsmitglieder - sechs aktive Züchter halten sieben Rassen - haben 2013 an fünf Ausstellungen teilgenommen und sehr gute Ergebnisse erzielt. Dabei stellten sie den Preisrichtern 208 Kaninchen zur Bewertung vor. 13 Pokale und Ehrenpreise wurden errungen. Achtmal gab es das Prädikat "vorzüglich", viermal "sehr gut". Zuchtbuchführer Wolfgang Hellwig berichtete, dass die Vereinsmitglieder 166 Jungtiere aus 30 Würfen tätowieren ließen. Das ist ein Durchschnitt von 5,5 Tieren pro Wurf. Ziel seien sechs bis acht Tiere pro Häsin. Die Spitze bei der Tierzucht nimmt Karl-Heinz Flatterich ein, der 95 Jungtiere tätowieren ließ. Nimmt jedes Mitglied sonst an rund acht Ausstellungen im Jahr teil, waren dieses Mal vier die Spitze. In Schönhausen und Nitzow fanden die Schauen wegen des Hochwassers nicht statt. Wolfgang Hellwig: "Die Ergebnisse können sich dennoch sehen lassen."

Zur Jahreshauptversammlung wurden am Sonnabendabend auch die Vereinsmeister gekürt. Mit Anrechnung der möglichen Hilfspunkte wurde dies Vorsitzender Andreas Engel. Platz zwei ging an Gerold Röhrs. Drei dritte Plätze wurden vergeben an Erhard Michael, Wolfgang Hellwig und Andreas Engel. Letzterer siegte zudem mit der besten Häsin. Für den besten Rammler wurde Karsten Haberland ausgezeichnet und für das beste Jungtier Gerold Röhrs.

Höhepunkt in diesem Jahr wird die Altmarkschau am 11. und 12. Oktober, die der Kreisverband auf seiner Sitzung vorige Woche in Grieben nach Kamern vergeben hat, berichtete Wolfgang Hellwig. Zudem gab es noch nachträglich eine Spende zum 50-jährigen Vereinsjubiläum. Im Mai soll wieder die Stallbegehung stattfinden, sagte Andreas Engel. Eine Tischbewertung steht noch nicht fest. Geben soll es 2014 auch wieder eine Vereinsfahrt.

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