Auch über sieben Monate nach der Flut-Katastrophe trudeln immer noch Spenden im Elbe-Havel-Land ein. Nach längerer Pause sind die Lager in Schönhausen nun wieder für alle Flutopfer geöffnet.

Schönhausen l Und es gibt nicht nur die Reste, die von der Spendenflut im Sommer übriggeblieben sind. "Es treffen immer noch neue Transporte ein", freut sich Klaus Ölmann, der zum Team der Ehrenamtlichen gehört, die sich seit Ende Juni um die Hilfsgüter kümmern. Am Dienstag ist ein Lkw mit Möbel, Teppichen, Elektrogeräten, Tapeten, Farben und Laminat eingetroffen. Und auch Rollstühle und Rollatoren. Danach hatte eine 90-Jährige Schönhauserin, deren Haus in der Breitscheidstraße großen Schaden erlitten hatte, gerade ein paar Tage zuvor erst gefragt - nun kann ihr dieser Wunsch erfüllt werden.

Zusammengetragen hat diese Spenden Arminak Dilge aus Neuwied bei Koblenz, 550 Kilometer von Schönhausen entfernt. Schon zum dritten Mal kam er nach Schönhausen, zum zweiten Mal begleitete ihn Sascha Kern. Arminak Dilge stammt aus Armenien, ist arbeitslos. Die Bilder im Fernsehen haben ihn bewegt, "ich musste einfach etwas tun". Also machte er sich daran, Firmen anzusprechen und um Spenden zu bitten. Bei André Nuppeney von Möbel May stieß er auf offene Ohren. Der spendete nun schon zum wiederholten Mal Waren im Wert von mehreren tausend Euro. Sascha Kern, der ein Versicherungsbüro hat, finanzierte den ersten Transport und kam auch gern mit nach Schönhausen. Oder Ulrich Schmidt, der die Rollatoren und Rollstühle zur Verfügung stellte. Helfen zu können, bereitet Arminak Dilge Freude, auch für ein Kinderheim in Prag hat er schon Aktionen organisiert. "Nach Schönhausen komme ich bestimmt wieder", will er nicht nachlassen. Das ist gut so, erklärt Klaus Ölmann. "Es werden immer noch Spenden gebraucht. Etliche Flutopfer sind noch nicht mal zurückgezogen und erst jetzt merkt man, was so alles fehlt." Als der Transporter am Dienstag eintraf, brauchte er sein Team nur anzurufen und alle kamen zum Abladen.

Geöffnet ist das Spendenlager im Gewerbegebiet mittwochs und sonnabends von 9 bis 11 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie die Kleiderkammer im Nebengebäude am Bürgerzentrum mittwochs von 15 bis 17 Uhr.

 

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