Für die Viertklässler und ihre Eltern haben sich am Dienstagabend die Türen des Havelberger Schulzentrums geöffnet. Sie entscheiden bis nach den Winterferien, ob die Kinder ab dem Sommer das Gymnasium oder die Sekundarschule besuchen.

Havelberg l Tamara Damer ist sich schon ganz sicher, dass sie im Havelberger Gymnasium lernen will. Die Viertklässlerin wohnt im brandenburgischen Glöwen. "Bei uns ist es leider erst ab der 7. Klasse möglich, ein Gymnasium zu besuchen", erklärt Tamaras Mutti. Neuruppin wäre eine Alternative, aber der Weg dahin ist sehr weit. "Außerdem hat dieses Gymnasium hier einen guten Ruf", weiß Familie Damer die Tochter in bester Obhut.

Ganztagsversorgung

Sie schaute sich am Dienstagabend auch in der Cafeteria um. Die Kellerräume des alten Gymnasiums sind seit der Komplettsanierung nicht mehr wiederzuerkennen. Das Bistro regional vom Mehrgenerationenhaus Stendal hat die Essenversorgung für das Schulzentrum übernommen. "Eine Ganztagsversorgung ist eher selten an Schulen", berichtet Firmenchefin Marika Mundt den Eltern. Von 7 bis 15 Uhr können die Sekundarschüler und Gymnasiasten in der gemütlich eingerichteten Cafeteria essen und trinken. Vom kleinen Snack bis zum vollwertigen Mittagsmahl ist allerhand gesunde Kost im Angebot, betont Marika Mund. Gut angenommen wird die Kundenkarte. Entgegen Befürchtungen mancher Eltern sind Überziehungen die absolute Seltenheit, haben die Erfahrungen im ersten Schulhalbjahr gezeigt, so Marika Mund.

In der Aula hatten Sekundarschulleiterin Kerstin Meinschien und der Schulfachliche Koordinator des Gymnasiums Volker Woltersdorf die Viertklässler aus Havelberg, Sandau, Klietz und Schollene und ihre Eltern begrüßt. 83 Mädchen und Jungen lernen in den Grundschulen des Einzugsbereiches. Mit den Zeugnissen erhalten sie morgen auch eine Schullaufbahnempfehlung, die jedoch nicht bindend ist. Nach den Winterferien müssen sie der Schule mitteilen, in welcher Schule die Kinder künftig lernen wollen.

In der Sekundarschule und im Gymnasium standen Lehrer und auch Schüler für Gespräche bereit. Im Gymnasium zeigte Lehrerin Petra Reich zum Beispiel mit den Schülern Lea Skibbe und Paul Mech, was im Biologie- und Chemieunterricht gemacht wird. "Wir haben viele schöne Modelle, können viel ausprobieren und auch anfassen", berichtete Lea und zeigte eine Schlangenhaut. Präparierter Kugelfisch und Krokodil gehören noch zu den alten Beständen des Gymnasiums.

Musiklehrer mit Band

Im Musikraum der Sekundarschule waren Gitarren-, Keyboard- und Schlagzeugklänge zu hören. Seit Anfang des Monats hat die Schule mit Martin Jamrath endlich wieder einen Musiklehrer. Der Musikwissenschaftler, der mit seiner Band FiJazzKo auch Musicalprojekte für junge Leute anbietet, hat als Quereinsteiger diese Stelle bekommen. Er ist begeistert von der Ausstattung für den Musikunterricht und freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Schülern.

   

Bilder