Auf ein einsatzreiches Jahr haben die Kameraden der Havelberger Feuerwehr am Freitagabend zurückgeblickt. Neben Beförderungen und Ehrungen stand die Wahl des Stadtwehrleiters und seines Stellvertreters auf der Tagesordnung. Ulrich Ziegler und Andreas Brütt wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Havelberg l Das Hochwasser hat das Einsatzjahr für die Feuerwehr Havelberg 2013 geprägt. Aber nicht nur: Vier Großbrände stehen in der Bilanz der insgesamt 65 Einsätze außerhalb der Flutkatastrophe. Bezogen auf die vergangenen zehn Jahre war das vergangene das einsatzreichste, wie Wehrleiter Ulrich Ziegler auf der Jahreshauptversammlung berichtete. Hinzu kamen 69 Hochwassereinsätze. Insgesamt haben 45 Kameraden 4611 Einsatzstunden geleistet.

Dabei wurden die 34 Aktiven der Havelberger Wehr von anderen unterstützt. Zum Hochwasser kam der ehemalige Hansestädter Henrik Hofmann aus Niedersachsen, um zu unterstützen. Er nahm dafür extra zwei Wochen Urlaub. Aus Schönhausen unterstützte Christian Schwaschak bei der Hochwasserabwehr, da sein Haus überschwemmt war und er nicht mehr nach Hause kam. Sein Wissen als Gruppenführer hat er hier mit eingebracht. Diesen und allen Kameraden, die während der Flutkatastrophe unter vollem Einsatz, teilweise bis zur körperlichen Erschöpfung und Leistungsgrenze, ihr Bestes gegeben haben, dankte der Wehrleiter.

Er würdigte zudem insgesamt die ehrenamtliche Arbeit der Aktiven und der Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung, im Versorgungstrupp und in der Jugendwehr. Er sprach aber auch von Reserven, die es noch gibt. Etwa bei der Teilnahme an Ausbildungsabenden oder der Bereitschaft zu Lehrgängen. Vor allem appellierte er an die Kameradschaft und die Achtung eines jeden Mitglieds. "Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, die Anzahl der Kameraden in unserer Feuerwehr weiter zu festigen und, entgegen dem allgemeinen Trend, weiter zu erhöhen."

Unterstützt wurde die Wehr von Bürgerarbeitern. Diese Maßnahmen laufen in diesem Jahr aus. Eine gute Zusammenarbeit gibt es mit der Stadtverwaltung.

Zu den Dingen, die der Wehr noch Sorgen bereiten, zählen die fehlende Kennzeichnung der Hydranten und die nicht ausreichende Ersatzbeschaffung von Einsatzbekleidung, insbesondere jener, die im Hochwassereinsatz stark gelitten hat. Außerdem haben noch nicht alle Kameraden eine Dienstbekleidung. Das Dach des Gerätehauses müsste saniert werden, Fahrzeughallen und Schulungsraum benötigen einen Innenanstrich. Die Verschlusssicherheit des Gerätehauses sollte verbessert werden und eine Brandmeldeanlage eingebaut werden, um die vier Millionen Euro teure Technik besser schützen zu können. Des weiteren stehen ein Waschplatz und die Anpassung der Entschädigungssatzung auf der Wunschliste.

Bürgermeister Bernd Poloski würdigte die Leistungen der Kameraden und unterstrich, dass inzwischen Spezialisten nötig sind, um die Technik bedienen zu können. Deshalb gelte seine Hochachtung all jenen, die sich den geforderten Qualifizierungen stellen. Er dankte für den Einsatz zur Flut, wo die Feuerwehr hochprofessionell und eigenständig gearbeitet hat. In Sachen fehlendes Boot sagte er, dass der Kauf in Auftrag gegeben ist. Zur Einsatzbekleidung will die Stadtverwaltung dem Stadtrat vorschlagen, die Hochwasserspenden ausschließlich den Feuerwehren zur Verfügung zu stellen, die dann selbst entscheiden, wie sie das Geld einsetzen.

Nach erfolgter Wahl berief er Ulrich Ziegler für weitere sechs Jahre ins Amt des Stadtwehrleiters und Andreas Brütt zum Stellvertreter.

 

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