Klietz (ifr) l Nicht nur bei Einsätzen müssen die freiwilligen Feuerwehrleute oft auf ihre Freizeit verzichten, auch die Aus- und Weiterbildung erfolgt außerhalb der Arbeitszeit. Am Sonnabend hatten sich die Klietzer Aktiven im Gerätehaus zur Fortbildung in der Ersten Hilfe eingefunden.

Rettungsassistent Michael Dittel von der Johanniter-Rettungswache aus Havelberg trainierte mit den Feuerwehrleuten unter anderem die Wiederbelebung mit dem Beatmungsbeutel, welchen die Klietzer bei Einsätzen mitführen. Der große Vorteil: Mit diesem Gerät besteht keine Infektionsgefahr für die Helfer - und es ist effektiver, die Hemmschwelle ist niedriger. Nach 30 Atemstößen folgen zwei Herzdruckmassagen, erfuhren die Lehrgangsteilnehmer. Und probten das dann auch gleich an einer Puppe.

Jede Minute zählt

Bei Herzstillstand zählt jede Minute - und auf dem Lande sind die Feuerwehren oft vor dem Rettungsdienst an der Unfallstelle. Deshalb würde Michael Dittel es auch gut finden, wenn sich die zentral gelegenen Klietzer einen Defibrillator anschaffen würden. Der Schockgeber arbeitet vollautomatisch, sagt dem Helfer die einzelnen Arbeitsschritte an und erstellt selbstständig die Diagnose. Das Gerät kommt bei lebensgefährlichen Herzrhytmusstörungen wie Kammer- oder Vorhofflimmern zum Einsatz, bei Herzstillstand kann es nicht helfen. Der Pferdefuß für die kommunale Wehr: Es ist auch nicht ganz billig.

In Amerika oder England müssen solche Geräte bereits von den Feuerwehren mitgeführt werden. Michael Dittel lobte im Gespräch das Engagement der Klietzer, regelmäßig einmal im Jahr frischen sie ihr Wissen zur Reanimation auf. Auch bei der Wehr in Havelberg sei er immer im Winter zur Ausbildung in der Ersten Hilfe zu Gast.