Die Schule muss in Schollene bleiben! Das fordern die Bewohner der Gemeinde nachdrücklich, auch wenn der Landtag anders entschieden hat. "Wir geben nicht auf!", machten sie gestern Nachmittag beim Protest auf dem Schulhof deutlich.

Schollene l Bunte Blumen, Luftballons und jede Menge Herzen hatten die Kinder und Erwachsenen mit auf den Schulhof gebracht. Die Blumen pflanzten sie als Zeichen für ein buntes, lebendiges Schollene. Und die hölzernen Herzen, die die Kinder verzierten, steckten sie inmitten des Blumenbeetes. Ein Foto davon und noch viele weitere Herzen aus Papier werden mit dem Paket an den Kultusminister geschickt, "er hat ja kein Herz!", erklärt Petra Heinike von der Initiative für ein lebendiges Schollene.

Kampflos wollen die Bewohner der Gemeinde die Entscheidung von Verbandsgemeinde, Kreistag und Land über die Schulschließung im Sommer nicht hinnehmen. "Warum können denn nicht kleine Grundschulen erhalten bleiben und der Unterricht jahrgangsübergreifend erfolgen? Andernorts geht es doch auch. Sparmaßnahmen kann man an anderen Stellen umsetzen, aber nicht bei den Kindern", erklärt Matthias Ritter. Bürgermeister Armin Wernicke begrüßt dieses Engagement sehr: "Wer ein zunehmend dünner besiedeltes Flächenland wie Sachsen-Anhalt auf Dauer auch in der Fläche erhalten will, wäre besser beraten, die Infrastruktur zu erhalten, zu stärken und zu fördern, statt diese zu demontieren. Schollene ist ein Ort mit guter Infrastruktur. Wer sich ansiedeln oder eine berufliche Existenz begründen möchte, achtet darauf. Wir leben von bürgerschaftlichem Engagement. Das spiegelt sich im Vereinsleben wieder, auch bei der Erfüllung der Pflichtaufgaben wie der Feuerwehr. Es wird auf lange Sicht ein Problem, Bürger für Aktivitäten zu motivieren, wenn sie nicht von Kindesbeinen hineingewachsen sind."

"An Kindern zu sparen, ist ein Fehler, den man noch ändern kann!"

Petra Heinike sagt, dass auch eine Regierung Fehler machen und sich irren kann. "Die Finanzprioritäten wurden falsch gesetzt. An Kindern zu sparen, ist ein gravierender Fehler! Solange die Verbandsgemeinden diesen Fehler unterstützen und abnicken, statt darauf aufmerksam zu machen, dass das so nicht geht, macht man unbewusst die eigene Region platt. In unserem Falle heißt das, dass Schollene mit einer funktionierenden Infrastruktur als erstes geopfert wird. Anschließend soll Wust dran sein. Und so schafft sich der Landkreis Stendal freiwillig selbst ab. Das hier ist nur der Anfang. Einige Kreistage und Verbandsgemeinderäte haben sich korrigiert und lassen sich das nicht gefallen. Hier übernimmt man Verantwortung für die Region!" Sie erinnert an das Wahlversprechen von 2009, was die Verbandsgemeinde alles zusammen machen wollte. "Die Ideen waren unerschöpflich. Doch statt Miteinander gibt sich unsere Region geschlagen und lässt einen Ort nach dem anderen sterben. Von Verband kann keine Rede mehr sein. Auch Schollene wollte als Teil der Region beschützt werden. Noch ist der Schlüssel nicht im Grab - wir übernehmen als Außenseiter Verantwortung für uns selbst und kämpfen weiter für uns selbst!"