Havelberg l In der Sonderausstellung "Drei Schweine auf einem grünen Sofa" mit Kunst und Krempel aus der über hundertjährigen Sammlung des Havelberger Prignitz-Museums gibt es zwei "Patienten". Dabei handelt es sich zum einen um ein Liegesofa mit dem klingenden Namen Recamiere und zum anderen um ein laienhaftes Gemälde, das den Havelberger Arzt C. A. Cothenius zeigt. Beide sind arg ramponiert. Die Frage, die die Besucher der Ausstellung beantworten können, ist, ob diese beiden Exponate eine Restaurierung wert sind.

Schon zur Ausstellungseröffnung im März hatten sich die Besucher Gedanken darüber gemacht. Vor allem von der Recamiere zeigten sich viele angetan, denn trotz ihres zerschlissenen Daseins ist ihre einstige Schönheit zu erahnen. Aber es müsste wohl viel Geld für eine Restaurierung ausgegeben werden.

In der Ausstellung heißt es zu dem Liegesofa, dass es nach antikem Vorbild gebaut wurde und aus der Zeit des Empire (1800 bis 1815) stammt. Seine Herkunft liegt im Dunkeln. Seinen Namen hat das Möbelstück nach dem Porträt J.L. Davids mit Madame Recamier, die auf dem Liegesofa des Künstlers posierte.

Heute können wieder Exponate abgegeben werden

Das Gemälde von Cothenius, der 1750 Leibarzt Friedrich des Großen wurde, hat Anna Borchardt im Jahr 1914 gemalt. 1945 wurde es durch Eindringlinge durchstochen, notierte der damalige Museumsleiter Dr. Meinhold.

Museologin Sabine Ball hat die Sonderschau zusammengestellt und aus tausenden Exponaten "Kunst und Krempel" ausgewählt. Wie berichtet, ist der hintere Raum im östlichen Kreuzgang des einstigen Klosters am Havelberger Dom Exponaten aus der Bevölkerung vorbehalten, die liebgewonnene Sammlerstücke für die Zeit der Ausstellung bis 1. Juni dort präsentieren können. Am heutigen Mittwoch besteht wieder ab 15 Uhr Gelegenheit, sie im Museum abzugeben.