Immer noch ist das Spendenlager im Schönhauser Gewerbegebiet Anlaufpunkt von Flutopfern. Sogar Spendentransporte treffen hier noch ein.

Schönhausen l Das Eigenheim von Sigrid und Lothar Eisenbart im Wiesengrund hatte zwei Meter tief im Deichbruchwasser aus Fischbeck gestanden - über ihre Verwandten Karin und Reinhold Hagedorn in Bremen kam nun ein Hilfstransport zustande. Die dortige Sparkasse zahlte die Unkosten, sie hatte dazu ein Spendenkonto eingerichtet.

Weil die Bremer selbst kein Transportmittel auftreiben konnten, half Michael Raum von der örtlichen Firma Asgro aus, er stellte nicht nur den Lkw, sondern setzte sich auch ans Steuer. - Und das nicht zum ersten Mal, wie der ehrenamtliche Spendenlagerleiter Klaus Ölmann informierte.

Vor kurzem erst bekam er einen Anruf aus Rüsselsheim, auch dort wollen Helfer für die Flutopfer in der Elb-Havel-Region sammeln. "Vereinzelt kommen immer noch Spendentransporte bei uns an", erklärte er. Das Lager wird immer noch gut besucht, vor allem gefragt sind jetzt Baumaterialien und Möbel. In der großen Halle der Gemeinde stehen neben allerhand Mobiliar noch diverse große Töpfe mit Farben, auf Tischen liegen paarweise Schuhe und in Regalen hängt Bekleidung. In der Vorwoche trafen noch allerhand Wintersachen ein.

Auf bis zu 15 freiwillige Helfer kann Klaus Ölmann bei Bedarf zurückgreifen, auch gibt es Hilfe durch Ein-Euro-Jobber. So mussten vor kurzem als Lager genutzte Räume der Verwaltung ausgeräumt werden, denn dort mussten die Mitarbeiter aus Sandau einziehen. Inzwischen sind bis auf die Halle alle Spendenlager in der Verbandsgemeinde geräumt, in Schönhausen hatte es zeitweise drei davon gegeben - in der Reithalle und in einem Bergeraum. Landwirt Klaus-Dieter Ahlf hatte letzteren zur Verfügung gestellt, denn Getreide gab es hier im Vorjahr keins zu ernten.

Nach der Fluthelferparty soll das Angebot langsam heruntergefahren werden. Doch soll es in Schönhausen auch künftig eine Kleiderkammer für Bedürftige geben: Und zwar im Gebäude links vorm Bürgerzentrum, wo bislang die Kleiderspenden ausgegeben wurden.

Zeitweise drei Lager

Das Lager hier war unmittelbar nach der Flut eröffnet worden, da hatte noch etwas Wasser hier gestanden. Das THW beseitigte den Rest mit riesigen Pumpen. "Als die ersten 40-Tonner anrollten, war der Boden noch nicht trocken", blickte Klaus Ölmann zurück. Das Abladen war praktisch, denn die Halle verfügt über eine Ein- und eine Ausfahrt.

Der am weitesten angereiste Fluthelfer wohnt übrigens an der Grenze nach Frankreich. Er konnte selber zwar nichts spenden, half aber drei Wochen lang bei der Schadensbeseitigung - um Unterkunft und Essen kümmerte er sich sogar noch selbst.