Mal einen Blick hoch oben vom Turm in die Elbaue werfen, leckere Torten essen oder Osterkörbe basteln - das alles konnte man am Sonnabend beim Osterbasar des Fördervereins der Sandauer Kirche.

Sandau l Das Wetter, das erst recht neblig begonnen hatte, klarte am Nachmittag auf und lockte vielleicht noch mehr Gäste ins Sandauer Gotteshaus. Eine beschriftete Wimpelkette vor der Kirche machte auf den Osterbasar aufmerksam, erstmals nach vielen Jahren gelangten die Gäste sogar direkt in den Haupteingang - denn den Bauzaun hatten Mitglieder der jungen Gemeinde vor kurzem abgebaut.

In der Turmhalle hatte Hannelore Hildebrandt ihre Pflanzenbörse aufgebaut, hinten die Zimmerpflanzen, vorn die robusteren für draußen. Blumen, Kräuter und einige Gemüsepflanzen wie Tomaten waren erhältlich - es geht ja wieder los im Garten.

Zeitweise anstehen mussten jene, welche zusammen mit den Kirchenführern Wolfgang Hellwig, Peter Busse oder Dietmar Zehle die Treppen des Turmes ersteigen wollten - dieses durfte aus Sicherheitsgründen nur in Begleitung erfolgen. Denn im Treppenhaus sind die Türen des Fahrstuhlschachtes wegen des Einbaus des Aufzuges offen.

Im Kirchenschiff war eine Kaffeetafel aufgebaut, viele fleißige Bäcker hatten wieder ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Torten mit Marzipan und Stachelbeeren, mit Nüssen sowie viele weitere Backwerke warteten auf die Leckermäuler. Heidemarie Breit und Sigrid Hellwig erfüllten die Wünsche dieser.

Wer noch keine Geschenke hatte oder einfach nur Dekoratives suchte, wurde hier ebenfalls fündig. Gefärbte Eier gab es zu kaufen, kleine Igel aus Bast, natürlich die gebackenen Osterlämmer und weitere Dekorationen. Sehr sehenswert: Hannelore Hildebrandt hatte ein "Kaffeekränzchen" gebastelt - einen Kranz aus Kaffeebohnen mit Kerzentassen darauf. Hier bedienten Gudrun Frank, Jutta Krüger und Melitta Ott.

Basteln im Pfarrhaus

Im Pfarrhaus hatten Elfi Reim und Anke Luksch einen Basteltisch vorbereitet, aus Papier und ähnlichen Materialien konnten Kinder zusammen mit ihren Eltern hier Osterkörbe, Hasen oder Enten basteln.

Der rührige Förderverein um Wolfgang Hellwig plant in diesem Jahr natürlich auch weitere Aktionen, deren Erlös in den weiteren Aufbau des Kirchturmes fließen soll. So findet am 30. Mai wieder eine Vernissage statt: Die sehenswerte Ausstellung "Das grüne Band" - damit ist die einstige innerdeutsche Grenze als Biotop gemeint - wird bis Ende Juli im Turm zu sehen sein. Ein Vortrag ist mit eingeplant, los geht es um 15 Uhr.

Mit dabei sind die Vereinsmitglieder mit ihren Erdbeer-Variationen auch wieder beim Volks- und Vereinsfest, das in diesem Jahr am 14. Juni stattfindet. Ebenfalls nicht fehlen werden sie bei der goldenen Konfirmation am 22. Juni sowie beim Laurentiusfest am 10. August, dem Erntedank- und dem Martinsfest, beim Weihnachtsbasar am 29. November sowie beim Quempas. Immerhin 2645 Euro wurden im Vorjahr bei diesen Aktionen für den Turmbau eingenommen.

Wolfgang Hellwig informierte kürzlich auf der Jahresversammlung auch über die aktuellen Schritte beim Bau: Derzeit wird wie erwähnt der Aufzug gebaut, was insgesamt etwa acht Wochen dauert. Für dessen Einbau in den Schacht sind dann nochmals drei Wochen im Juni nötig, so dass frühestens im Juli mit dem Probebetrieb begonnen werden kann. In der Wirtschaftsebene sind Putz- und Fußbodenarbeiten vonnöten, Sanitär und Heizung sind einzubauen. In der Turmhalle sahen die Gäste einen weiteren Baufortschritt: Der Fußboden hier ist nun komplett befestigt.

Probleme gab es mit der Stahlkonstruktion in der Glockenebene, das Gerüst ist als Aufzug für die große Glocke und die Heizung vonnöten. - Kommt es zum Einsatz, wird es durch eine der beiden südlichen Schallluken geschoben - die darum auch keinen Mittelpfeiler erhält. Inzwischen ist die Freigabe durch den Statiker erfolgt. Auch das Treppenhaus ist weiter fertigzustellen, hier wird eine Druckentlüftung für den Brandschutz eingebaut. Und in der Glockenstube wurde eine Wand gemalert. Der neunte Abschnitt muss bis Ende September abgerechnet werden, dann sind in den Turm immerhin schon über anderthalb Millionen Euro investiert worden.

Die Notbremse gezogen

Im März musste Wolfgang Hellwig sogar die Notbremse ziehen: Die Fördergelder aus dem Leaderprogramm für den zehnten Bauabschnitt sollten ausgereicht werden. Doch hat der Verein noch alle Hände voll mit dem neunten Abschnitt zu tun, zudem stand die Kofinanzierung noch gar nicht. - So gibt es bislang noch keine Zusage von Lotto-Toto. Dieser Bauabschnitt wird ebenfalls wieder um die 250000 Euro umfassen.

   

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