In Havelberg gibt es jetzt auch Stadtführungen für Menschen mit Handicap. Geschichtsforscher Harald Uwe Bossert, Stadtführer Frank Ermer und Güldene-Pfanne-Wirt Manfred Hippeli haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema beschäftigt und zu einer ersten Probetour eingeladen.

Havelberg l Alle drei sind bereits erfahren mit kulinarisch-geschichtlich geprägten Stadtführungen. Mit Themen wie Hansezeit, der "Alte Fritz", Zar Peter I., Buchlesungen mit Frank Goyke, Fontane und Frau Harke haben sie schon etliche Havelberger und Besucher der Stadt begeistert. Um das Angebot für Menschen mit Behinderung zu erweitern, machte sich das Trio intensive Gedanken. "Wir haben über Möglichkeiten gesprochen und lange an der Durchführung gefeilt", berichtet Frank Ermer von der Touristikfirma "Havelberger City Guide". So sprachen sie mit Bernd Döring, Vorsitzender des Verbandes der Behinderten Havelberg und Umgebung, und Familie Rosenburg über die Inhalte, die Wegeführung und die anzusetzende Zeit einer Führung.

Bei der ersten Probeveranstaltung für Besucher mit Bewegungshandicap am Wochenende wurde ein historischer Abriss vom slawischen Gott Jarovit, auch Gerowit, gegeben und über die Gründung des Havelberger Bistums und den anstehenden 200. Geburtstag des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck berichtet. Auch Informationen zur Buga 2015 gab es.

Einschränkungen auf einigen Wegen

"Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass das Naturpflaster für Rollstuhlfahrer nicht einfach zu händeln ist. Ebenfalls stellt der Krugtorhohlweg ein gewisses Hindernis dar. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, zwei kulinarische Stadtführungen anzubieten" berichtet Frank Ermer vom Fazit des Rundgangs. Eine Führung wird sich mit der Geschichte rund um den Dom St. Marien, Bismarck`sche Kurie und den Burggrafenstein befassen. Die zweite wird die Geschichte der Stadtinsel mit den Berggemeinden, dem Stadtbrand von 1870, dem Rathaus und dem königlich-privilegierten Freihaus des Generalstabsoffizier Major Reimar von Kleist zum Inhalt haben. In einer anschließenden Präsentation gibt es zum jeweils anderen Führungsteil Informationen. Bis zum kommenden Frühjahr wird noch eine Rundfahrt in den Elbe-Havel-Winkel mit ins Angebot aufgenommen.

In enger Zusammenarbeit mit regionalen und Landesverbänden der Handicap-Gruppen sollen alle Einschränkungen Zug um Zug eingearbeitet und umgesetzt werden. An manchen Stellen wird es zu Einschränkungen auf den Wegführungen kommen. Hier wird es die Einstufung "Für Behinderte nur bedingt geeignet" geben. "Leider haben wir noch reichlich davon. Sie müssen so schnell wie möglich beseitigt werden."

Für den Elberadeltag am 4. Mai ist eine nächste Führung für Menschen mit Handicap und weitere Interessierte geben. Das ist dann der offizielle Start dieser kulinarisch-geschichtlichen Führungen, die dann buchbar sind. Ansprechpartner sind Manfred Hippeli, Telefon 039387/79951, und Frank Ermer, 039387/80990.

Weitere Informationen im Internet unter www.gueldene-pfanne.de oder www.havelbergercg.de