Sandau. Eine besondere Geburtstagsfeier fand am Sonnabend in Sandau statt: Martha Hoffmann, die seit fast zehn Jahren – nämlich dem 30. Januar 2001 – im Marien-Pflegeheim des katholischen Caritas-Verbandes lebt, wurde 104 Jahre alt. Aus diesem Anlass kam auch Bürgermeister Henry Wagner vorbei und überreichte seiner ältesten Einwohnerin einen Blumenstrauß. Auch der Landrat ließ Glückwünsche übermitteln.

Geboren wurde die Jubilarin am 22. Januar 1907 in Czyzemin nahe Lodz im damaligen Warthegau – das Gebiet gehört seit 1945 zu Polen. Ihre Eltern betrieben hier eine kleine Landwirtschaft, hier half sie rege mit.

Im Jahre 1929 heiratete sie, aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Die Kriegsfolgen zwangen sie im Jahr 1950 zum Verlassen ihrer Heimat, mit sieben Kindern machte sie sich auf den Weg in den Osten Deutschlands, wohin es ihren Mann bereits 1945 zu Verwandten in die Osterburger Region verschlagen hatte.

In Osterburg wohnte sie bis zum Umzug ins Sandauer Heim. Zeitweise arbeitete sie in der Landwirtschaft, noch als über 70-jährige Rentnerin hatte sie ein Jahr lang ein Rübenfeld bei Goldbeck in Pflege. Das Feld lag 15 Kilometer von Osterburg entfernt, dorthin radelte sie fast täglich hin und zurück. Auch mit über 80 Jahren war sie noch immer mit dem Fahrrad unterwegs.

Drei der Kinder waren zur Geburtstagsfeier angereist. Vom Trubel um sie herum bekam die Seniorin allerdings nicht viel mit, meistens schlief sie in ihrem Rollstuhl. Martha Hoffmann kann auf 17 Enkel, 24 Urenkel und acht Ururenkel zurückblicken.