Mit großen Schritten geht das Schönhauser Bismarck-Museum auf den 200. Geburtstag des Reichskanzlers Otto von Bismarck im Jahr 2015 zu. Bis dahin wird sich im Museum viel verändern – mit der Planung beginnen die Mitarbeiter schon jetzt.

Schönhausen. Der Neujahrsempfang der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen am 21. Januar im Gärtnerhaus eröffnet den Veranstaltungsreigen, mit dem wieder möglichst viele Geschichtsinteressierte für das Museum begeistert werden sollen. Verschiedene Vorträge und Buchvorstellungen folgen über das Jahr verteilt. Auch das Projekt "Kunst im Park", für das Schönhauser Hortkinder im vergangenen Jahr zur Premiere Masken angefertig hatten, findet dieses Jahr wieder statt. Die Grundschule verbringt im April/Mai erneut eine Projektwoche im Museum, in der die Kinder Geschichte entdecken können. Den Abschluss des Jahres bildet ein Vortrag zum Thema "...an Deinem lieben Brief gewärmt" – der Brautbriefwechsel Otto von Bismarck – Johanna von Puttkammer im Februar 1847.

5577 Besucher wurden im vergangenen Jahr im Schönhauser Museum begrüßt. "Das ist ein merklicher Rückgang, der leider im Bundestrend liegt. Dafür sind viele Faktoren verantwortlich. Wir beispielsweise sind immer sehr vom Wetter abhängig. Jetzt kamen die Ausflügler wegen des frühen Wintereinbruchs nur zögerlich und während des heißen Sommers gehörten Museumsbesuche auch nicht gerade zu den beliebtesten Aktivitäten. Bei den Busreisenden ist schon seit 2005 ein Rückgang zu verzeichnen", berichtet Dr. Andrea Hopp, die Leiterin der Stiftung in Schönhausen.

Um das Museum auch für die interessant zu machen, die schon einmal in Schönhausen waren, wird die Ausstellung bis zum Jubiläumsjahr 2015 komplett umgebaut. "Zusammen mit unserer Museumspädagogin Katja Gosdek beginne ich jetzt mit dem Entwurf eines Konzeptes, wie wir uns die neue Ausstellung vorstellen. Schön wäre dabei auch die ein oder andere neue Leihgabe, zum Beispiel aus Friedrichsruh. Und wenn vielleicht sogar noch jemand alte Bilder oder Dinge zu Hause hat, die aus der Zeit des Kaiserreiches stammen, freuen wir uns, wenn wir sie geliehen bekommen", erläutert Dr. Andrea Hopp die Umgestaltungspläne. Liegt das Grobkonzept vor und steht auch das Geld bereit, kann ein Gestalter gesucht werden, der die Ideen der Schönhauser umsetzt. Wichtig ist Dr. Andrea Hopp und Katja Gosdek, dass ein Bereich entsteht, der vor allem Kinder und Jugendliche anspricht. Denn die Bildungsarbeit steht auch in Zukunft an vorderster Stelle.

Der vor wenigen Wochen verlängerte Kooperationsvertrag zwischen Stiftung, Gemeinde, Landkreis und Landesregierung sichert den Fortbestand des Museums für vorerst weitere fünf Jahre.

Zu den Höhepunkten im vergangenen Jahr gehörte die Ausstellung über die 12 Reichskanzler der Weimarer Republik in der Aula der alten Schule. Auch für die Sammlung an Museumsobjekten war 2010 ein erfolgreiches Jahr: Die Ausstellung "Bismarcks Reichstag" mit über 100 Fotos ist als Dauerleihgabe nach Schönhausen gegangen. Zur Verfügung gestellt hat sie die Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. "Die Schau zeigt, wie Politik zu Bismarcks Zeiten gemacht wurde", erklärt Dr. Andrea Hopp. "Für unsere historisch-politische Bildungsarbeit ist das sehr anschauliches Material."

Das Interesse der Landespolitiker am Schönhauser Museum war 2010 sehr groß. Denn gleich vier Ministerbesuche wurden verbucht. Zu Jahresbeginn kam Kultusminister Olbertz zum Neujahrsempfang mit Ausstellungseröffnung, seine Nachfolgerin Birgitta Wolff unterzeichnete im Dezember den Kooperationsvertrag. Wirtschaftsminister Reiner Haseloff sah sich die Ausstellung an und auch Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens erlebte eine Führung.

Etwas besorgt ist die Museumsleiterin wegen der Entwicklung auf dem zweiten Arbeitsmarkt und der angekündigten Kürzung von Stellen. Denn die Betreuung der Touristen wird über Ein-Euro-Jobber sowie Sebastian Prausnitz und Sabrina Haak in Kommunal-Kombi (drei Jahre) realisiert. Gegenwärtig stehen nur noch vier von einst sechs Mitarbeitern zur Verfügung. Deshalb mussten die Öffnungszeiten auch verändert werden – montags ist das Haus geschlossen.

Die Zeit für die beiden Ein-Euro-Jobberinnen Renate Käseberg und Christiane Schramm endet im Mai. "Ich hoffe, dass es einen nahtlosen Übergang gibt. Denn die jetzigen Öffnungszeiten können wir nur gewährleisten, wenn wir weiterhin vier Beschäftigte haben. Sie leisten hier vor Ort eine hervorragende Arbeit und sind unverzichtbar für das Bismarck-Museum."