Groß gefeiert wurde gestern am Evangelischen Seniorenzentrum in Havelberg. Für den Erweiterungsbau fand das Richtfest statt. Die Fertigstellung des Gebäudes in der Semmelweisstraße ist für November vorgesehen.

Havelberg l Begleitet vom Posaunenchor Glöwen-Havelberg schwebte die Richtkrone am Kran in die Höhe. Oben sprach Polier Uwe Seeler vom Schönhauser Bauunternehmen Schulz-Bau seinen Richtspruch. Da der Neubau komplett aus Beton besteht und keinen hölzernen Dachstuhl erhält, gab es keinen Zimmermannsspruch. Glück und Segen sollen das Haus dennoch begleiten, wofür die Richtzeremonie eine Voraussetzung bildet. In ein hölzernes Gebälk schlugen denn auch der Polier sowie Verantwortliche des Landesausschusses für Innere Mission LAFIM als Träger der Einrichtung die Nägel ein.

Gut 25 neue Arbeitsplätze

Nach der Melodie von der "Schwäb`chen Eisenbahne" hatten die Senioren ein Lied einstudiert, wofür Mitarbeiter und Familie Schilling aus Kümmernitz einen passenden Text geschrieben hatten. Auf der Gitarre begleitete Christina Blume den Gesang bei dieser Uraufführung, mit der die Senioren auch ihre Heimleiterin Dorette Herper überraschten. Bei herrlichstem Sonnenschein feierten Bewohner, Mitarbeiter und Gäste, darunter auch Landrat Carsten Wulfänger, ein schönes Richtfest.

Das Seniorenzentrum, errichtet 1999, hat baulicherseits Kummer bereitet, wie Matthias Fiedler, Theologischer Vorstand des LAFIM, gestern im Vorfeld bei einem Pressegespräch berichtete. Mit dem Erweiterungsbau entstehen weitere 39 vollstationäre Plätze, 18 Wohnungen, eine Tagespflege und ein Bistro. Wenn dieser fertig ist, wird der Altbau, in dem sich derzeit 60 Pflegeplätze befinden, durchsaniert, erklärte Geschäftsführerin Ulrike Bennewitz. Der LAFIM investiert 4,95 Millionen Euro aus Eigenmitteln in den Neubau.

Mit Blick darauf, dass die Bevölkerung zunehmend älter wird und der Bedarf an seniorengerechten Einrichtungen dadurch möglicherweise steigt, will die Dienste für Menschen gGmbH in Havelberg ein Rundumpaket für Senioren schaffen.

Viel Alltag für Senioren

Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der Johanniter-Unfallhilfe. Die Sozialstation, die derzeit noch in Kamern angesiedelt ist, zieht in den Neubau ein. Zudem wird eine Tagespflege mit zwölf Plätzen eingerichtet, berichtete Katalin Schulze vom Johanniter Regionalverband Altmark. "Die Tagespflege ist für uns ein neues Gebiet", sagte sie und freute sich über das Angebot des LAFIM, mit dort bestehenden Einrichtungen über Erfahrungen sprechen zu können.

Von der Sozialstation werden derzeit rund 150 Patienten von Schönhausen bis Havelberg von 25 Mitarbeitern betreut, berichtete die stellvertretende Pflegedienstleiterin Christel Rost. Für die Tagespflege sind zunächst vier zusätzliche Mitarbeiter vorgesehen.

Weitere 25 neue Arbeitsplätze entstehen im Bereich des Seniorenzentrums, sagte Dorette Herper. Derzeit betreuen 39 Mitarbeiter 60 Bewohner. Hinzu kommen 15 Mitarbeiter für Küche und Hauswirtschaft. Auch in dem Bereich werden noch Arbeitskräfte eingestellt, so dass sich das Seniorenzentrum weiter zu einem der größeren Arbeitgeber in der Hansestadt entwickelt. Um den Nachwuchs zu sichern, wird es im Laufe des Jahres drei Auszubildende in der Pflege und einen in der Küche geben. Mit Enrico Friedrich wurde ein neuer Azubi gestern bereits kurz vorgestellt.

Im neuen Haus wird nach dem Hausgemeinschaftskonzept gearbeitet. Die Pflege soll sich um den Alltag ranken und nicht im Mittelpunkt stehen, sagte Dorette Herper. Leben soll das Haus erfüllen. Dazu gehört auch die Einrichtung eines öffentlichen Bistros mit offenem Mittagstisch für Jedermann.

 

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