Sammeln verbindet! Unter diesem Motto stand der gestrige internationale Museumstag. Wie viel Familie Läufer und der Klietzer Heimatverein in den letzten Jahren zusammengetragen haben, konnte gestern beim Tag der offenen Tür gesehen werden.

Klietz l Die große Scheune bot all den Akteueren ausreichend Platz und Schutz vor dem Regen, der die Freude am Eintauchen in das frühere Leben nur wenig schmälerte. Denn der Heimatverein hatte sich wieder Mühe gegeben, in Erinnerung zu rufen, wie schwer und zeitaufwendig die Arbeit einst war. Bis so ein Pullover im Winter für wohlige Wärme sorgte, dauerte es viele Winterabende. Erster Schritt war das Schafescheren. Damit begann gestern auch die "Reise" in der Museumsscheune. Lutz Kolrep aus Schönhausen scherte drei Schafen von Gertmund Werth das dicke Fell, "bei einem großen Bock können schon mal 12, 13 Kilo Wolle zusammenkommen". Die muss dann gewaschen und kadiert (gekämmt) werden. Dann sind die Spinnfrauen gefragt. Die Mitglieder der Gruppe, die sich Mittwochnachmittags auf dem Läuferhof trifft, hatten ihre Spinnräder aufgestellt. So konnten die Besucher sehen, wie aus der kadierten Wolle ein Faden entsteht, der dann verstrickt werden kann. Immerhin schon seit zehn Jahren gibt es die Gruppe, jüngstes Mitglied ist die Schülerin Romy Klingenschmidt.

Eröffnung im Juni 1998

Nicht nur Wolliges gab es beim Tag der offenen Tür, sondern auch Genähtes von Sabine Weiß, Gesticktes von Elke Joachim oder selbstgemachte Kräuterseife und Körperbutter von Carmen Marks. Und natürlich auch Leckeres im Küchenstübchen und vom Grill, an dem Mario Zakrzewski stand. Waldi Eckert stellte seine Kettensägen aus und auch einige seiner Kleintiere - darunter den Hahn, der letzte Woche beim Wettkrähen in Schönhausen den vierten Platz belegt hatte.

Das Museum auf dem Hof von Familie Läufer gibt es seit 1998. "Damals fragten die Lehrerinnen Brigitte Matzdorf und Helga Wulfänger, ob sie mit Schülern mal vorbeikommen und sich den alten Hof ansehen können. Das brachte uns dann auf die Idee, all die Sachen, die wir hier hatten, zu sortieren und auszustellen", erzählt Edith Läufer, dass das Museum im Juni 1998 eröffnete. Das Interesse wurde immer größer, so dass 2001 der Heimatverein gegründet wurde. Bis zu 800 Kinder allein aus dem Schullandheim kommen pro Jahr, um einen Einblick in das frühere Leben zu gewinnen. Edith Läufer und Eveline Zakrzewski geben ihr Wissen gern weiter, außerdem sind über Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt gerade Marlies Hampel und Mario Heidepriem für den Verein tätig.

Nächster öffentlicher Höhepunkt des Heimatvereins auf dem Museumshof ist am 21. September das Erntedankfest.