Um einen Sichtschutz, der den örtlichen Friedhof von ihrem Grundstück trennt, bemüht sich die Kuhlhausenerin Elke Lemke schon seit Jahren vergeblich.

Von Ingo Freihorst

Kuhlhausen l Bei einem Sturm am 15. September 2006 fiel ein langes Stück der Friedhofsmauer in Kuhlhausen um. Kurze Zeit später wurde eine neue Mauer von Klaus Wabbel aus Kamern hochgemauert.

Doch das restliche 30 Meter lange Mauerstück dahinter war auch schon bedrohlich in Schräglage geraten, weshalb es die Kirche abtragen ließ. Zuvor waren schon etliche Steine abgefallen. Diese Aktion geschah im Februar 2008 - und seitdem kann jeder Friedhofsbesucher auf das angrenzende Grundstück von Elke Lemke schauen.

"Man traut sich gar nicht mehr zu feiern, es könnte ja sein, dass gerade eine Beerdigung stattfindet", ist die Kuhlhausenerin sauer über den schon Jahre währenden Zustand. Eine Hecke wurde als Sichtschutz gepflanzt, doch reicht dies nicht aus. Elke Lemke hatte sogar schon bei der Stadt vorgesprochen, doch sind dieser die Hände gebunden - der Friedhof gehört der Kirche.

Ein Mitarbeiter des kirchlichen Bauamtes aus Stendal war auch schon vor Ort, ein Maschendrahtzaun käme als kostengünstigste Alternative in Frage. "Das wäre aber noch kein Sichtschutz, so haben wir auch weiterhin keine Intimsphäre", ist die Kuhlhausenerin dagegen. Und denkt dabei an ihre Enkel, die sich auch mal auf dem Hof sonnen möchten.

Ortsbürgermeister Torsten Winkelmann verweist auf das Geld, welches die Kirche vom Baulastträger der derzeit laufenden Ortsdurchfahrtsanierung für den Verkauf ihrer Fläche bekommt. Denn am Friedhof muss die Mauer etwas zurückversetzt werden, davor sollen Parknischen entstehen. Dieses Geld, so sein Vorschlag, könne doch für den Bau eines Sichtschutzes aus Holz genutzt werden.

Drahtzaun reicht aus

Das wird wohl nichts, wie Pfarrer Hartwig Janus in Sandau auf Nachfrage informierte. Der Friedhof ist hoch verschuldet, Geld ist also keines übrig. Das bestätigen auch Karin Nicksch und Ralf Winter vom Kuhlhausener Gemeindekirchenrat. Sie haben vom kirchlichen Bauamt aus Stendal zudem eine Stellungnahme, wonach lediglich das alte Fundament zu sichern sei und ein Zaun gleich welcher Art zu errichten ist. Am günstigsten ist ein Maschendrahtzaun, eine Firma wurde bereits mit dem Bau beauftragt.

"Der Friedhof ist eine eigenständige Kostenstelle bei der Kirche, er muss sich selber tragen", erklärte Ralf Winter. Erst im Vorjahr wurden die Gebühren drastisch erhöht, weil eine Firma nun den Rasen mäht. Das Geld für die Fläche muss als Anliegerbeitrag wieder ausgezahlt werden, vielleicht reicht es nicht einmal aus.

Das Geld, von dem der Maschendrahtzaun errichtet werden soll, ist eine Spende vom Ortsverein. Ein Stabmattenzaun, der auch mit einem Sichtschutz versehen werden könnte, würde alleine schon an Material um die 600 Euro kosten. Doch auf dem Friedhof lasten noch immer Schulden vom Mauerbau aus dem Jahre 2006, denn die Versicherung hatte für den Sturmschaden nichts gezahlt.

Um einen Sichtschutz muss sich Elke Lemke am Ende wohl selber kümmern.