Weltenbummlerin Antje Sahling war vor kurzem wieder Mal zu Hause auf dem Hohengöhrener Damm, ließ sich von Mutter Monika mit ihrem Lieblingsessen verwöhnen, besuchte ehemalige Schulkameraden und genoss die Ruhe auf dem Dorf.

HohengöhrenerDamm l Denn inzwischen ist sie wieder eingetaucht in den Großstadtdschungel. In der pulsierenden Mega-Metropole Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo alles größer, schneller, exklusiver und teurer ist als anderswo auf der Welt, hat die 42-Jährige nun ihre Koffer ausgepackt. Die Hotelkette "Intercontinental", die 4600 Hotels weltweit betreibt, baut hier ihr erstes von insgesamt sieben Hotels, die bis zur Weltausstellung "Expo" im Jahr 2020 aus dem Wüstenboden gestampft werden. Der erste von vier zum Objekt gehörenden Türme ist im Rohbau fertig. Im November werden die ersten Touristen in dem Hotel unweit des höchsten Gebäudes der Welt, dem "Burj Kalifa", begrüßt. "Es wird ein reines Stadthotel, in dem überwiegend Geschäftsleute für zwei, drei Nächte wohnen", erzählt Antje Sahling beim Heimatbesuch voller Vorfreude auf die neue Herausforderung.

Denn auch wenn sie noch nie in Dubai war, so hat sie schon mehrfach im benachbarten Abu Dhabi, der nur wenig hinter Dubai hinterherhinkenden Hauptstadt der Emirate, gearbeitet. "Hier habe ich mich immer am wohlsten gefühlt und am liebsten gearbeitet." Aber auch die anderen Stationen ihres bisherigen Berufslebens sind Ziele, von denen die meisten nur träumen. Das letzte Jahr verbrachte sie in Singapur, auf einer kleinen Insel zwischen Thailand und Indonesien, davor in Vietnam und Bali.

Verantwortung für Personal und Ausstattung

Dabei hatte sie als Jugendliche gar nicht geplant, so hoch hinaus und weit weg zu wollen. Der Ausbildung zur Restaurantfachfrau in Magdeburg schloss sich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Berlin an. Hier bekam sie das Angebot, in einem Hotel in Ägypten zu arbeiten. Weiter ging es nach England - und auf der Karriereleiter immer ein Stückchen weiter nach oben. Immer mehr Verantwortung über das Service-Personal wurde ihr übertragen. Dann ein im Bau befindliches Hotel in Abu Dhabi. Hier hatte sie ein Wörtchen mitzureden bei der Auswahl des Personals, der Einrichtung der Hotelzimmer, Küchen, Lobbys - vieles trägt ihre Handschrift. Als das Hotel fertig war, zog Antje Sahling weiter nach Zypern, dann nach China und wieder zurück nach Abu Dhabi. Asien reizte sie schon immer, also bittet sie um den Einsatz in Vietnam. Immer sind es luxuriöse Hotels, die entstehen.

Erst recht jetzt in Dubai. 570 Angestellte werden es hier sein, die zum Jahresende den Gästen in 326 Zimmern auf 39 Etagen Luxus auf höchstem Niveau bieten und jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Das erste Personal hat die Deutsche schon eingestellt, Auswahl und Kauf der Einrichtungsgegenstände und Küchenausstattung obliegen ihrer Entscheidung - es sind Millionen, die sie verplant und ausgibt.

Genug vom Weltenbummeln hat die 42-Jährige noch nicht. Dennoch glaubt sie, die nächsten Jahre erst einmal in Dubai zu bleiben, schließlich sind noch sechs weitere Hotels zu bauen. Ein neues Ziel auf der Welt, das sie reizt, gibt es nicht. "Über Weihnachten war ich in Australien. Wirklich sehenswert, aber arbeiten möchte ich dort nicht." Schließlich waren ihr auch die 20 Grad "viel zu kalt".

Flut: "Kaum zu begreifen, was zu Hause passiert!"

Auch wenn sie weit weg von zu Hause ist, so steht sie mit ihrer Mutter, dem in der Schweiz lebenden Bruder und Freunden immer in Kontakt. Sorgenvoll hatte sie über den Nachrichtensender BBC auch verfolgt, wie im letzten Sommer die Flut über ihre Heimat hereingebrochen ist. Auf dem Hohengöhrener Damm blieben die meisten Häuser verschont, aber das Haus ihres Onkels im Schönhauser Wiesengrund stand meterhoch im Wasser. "Man ist so weit weg und kann kaum begreifen, was da zu Hause passiert!"

Jetzt konzentriert sich Antje Sahling voll und ganz auf ihre neue Aufgabe. Auch wenn so ein Arbeitstag viel länger als acht Stunden ist und sie kaum Freizeit hat, so machte sie sich doch in den letzten vier Wochen gut vertraut mit ihrem Zuhause auf Zeit. Auf dem Burj Kalifa in über 800 Metern Höhe hat sie sich schon alles von oben angesehen. Atemberaubend!