Während in Fischbeck am 10. Juni um 0.02 Uhr die Kirchenglocken mitten in der Nacht läuteteten und an den Deichbruch vor einem Jahr erinnerten, fand man sich in der übrigen Kirchen der Region Dienstagabend zur Andacht zusammen. Auch in Schönhausen, wo am Sonnabend die Gedenkfeier stattfindet.

Schönhausen l Damit sie an diesem Abend nicht alleine sind, sondern in der Gemeinschaft innehalten, hatte Pfarrer Ralf Euker die Schönhauser in die Kirche geladen. Er ließ die Tage im Juni des Vorjahres noch einmal Revue passieren, sprach von den durch den Ort rollenden Lastern voller Sandsäcke auf dem Weg nach Fischbeck und vom Kampf um den Deich, der um Mitternacht sein Ende fand, von der nächtlichen Flucht nach Havelberg und Stendal, von der Ungewissheit, wie es wohl zu Hause aussieht und es den Tieren geht, und von den Booten, die zur Versorgung der Inselbewohner vom frühen Morgen bis zum späten Abend fuhren. "Die nervliche Belastung war übergroß und erklärt manche Überreaktionen." Bei aller an vielen Stellen zu spürenden Erschöpfung sei es enorm, was beim Wiederaufbau schon geschafft ist. "Das ist dem Staat, den Spenden und den Helfern zu verdanken, den Beschäftigten in der Politik und in den Ämtern und vor allem der Tapferkeit der Betroffenen!"

Viele der Anwesenden nutzten die Gelegenheit, Gebetslichter zu entzünden und auf dem Friedensaltar abzustellen. Anschließend lud der Pfarrer ein zum Verweilen und Reden vor der Kirche.

Reden, sich erinnern und zusammenrücken können die Gemeindebewohner auch beim Fest der Begegnung am kommenden Sonnabend. Die Schönhauser Gedenkfeier findet nicht wie von Bürgermeister Alfons Dobkowicz gewünscht im Park statt. Die Mehrheit des Organisationsteams plädierte aus Sicherheitsgründen für den Platz am Sportlerheim. Auch wenn 30 der gefährlichsten Bäume rund um die Bühne gefällt worden sind, sei es nicht zu verantworten, hierhin einzuladen. Draußen am Sportzentrum passe es ganz gut, dass das große Festzelt für das Reitturnier eine Woche später schon steht und so nicht mehr ganz so viel Arbeit ist, da auch das Sportlerheim samt Sanitäranlagen genutzt werden kann.

Minister Haseloffs Zusage steht noch aus

Das Fest der Begegnung beginnt um 15 Uhr mit der Einweihung des Gedenksteines. Der steht bereits verhüllt an der B107, Einfahrt zur Märsche. Weiter geht es dann am Reitplatz um 16 Uhr mit dem Auftritt des Grundschul-Chores. Anschließend unterhält Lutz Katerbau als DJ Gaudimax`l Groß und Klein mit einer "Alpenparty". Abends ist Disko mit Music-Fun. Der Kuchen ist gespendet und es gibt Bratwurst. Das Team des "Alten Schafstalls" schenkt Getränke aus, der Bürgermeister spendiert drei Fässer Freibier. Vom Mixen einer Bowle wie ursprünglich geplant wird Abstand genommen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sein beim Neujahrsempfang fest zugesagtes Kommen bisher nicht bestätigt. "Wir haben uns jetzt erst festgelegt, wann Veranstaltungsbeginn ist, das war vielleicht auch ein bisschen zu spät für eine Terminabsprache mit dem Ministerbüro", so Alfons Dobkowicz. Vom öffentlichen Verleihen der Hochwassermedaillen sieht die Gemeinde ab, "wer solch eine Medaille haben möchte, kann sich am Sonnabend bei mir melden und bekommt sie ausgereicht".