Die Feuerwehr in Kuhlhausen wurde 1933 gegründet. Die Jubiläumsfeier im vorigen Jahr fiel dem Hochwasser zum Opfer. Am Sonnabend wurde die Geburtstagsparty mit Umzug und Spaßwettkämpfen nachgeholt.

Kuhlhausen l Mittelalterliche Klänge von Dudelsack und Trommel, ab und zu ergänzt durch Martinshörner, klang am Sonnabendmorgen durch Kuhlhausen. Die Jubiläumswehr zog gemeinsam mit Gastfeuerwehren aus Warnau, Jederitz, Havelberg aus der Einheitsgemeinde sowie Spaatz und Strodehne aus dem benachbarten Kreis Havelaue durch das Dorf. Für die Musik sorgten Tobias und Hilmar Bärmann. Vater und Sohn aus Premnitz sind auch unter dem Namen "AleWood" bekannt.

Der amtierende Wehrleiter Steffan Warnstedt begrüßte die Gäste auf dem Festgelände am Karpfenteich. "Damals wie heute opfern Frauen und Männer ihre Freizeit, um Menschen sowie Hab und Gut zu retten und zu schützen. Für die ständige Einsatzbereitschaft danke ich allen Kameraden." Der Dank ging zudem an die Familien, die diese aufopferungsvolle Arbeit akzeptieren und unterstützen. Steffan Warnstedt erinnerte an die Hochwasserkatastrophe im Juni 2013. In wenigen Stunden war es den Einwohnern und ihren Helfern gelungen, einen langen Notdeich um das Dorf zu errichten und somit das aus dem Süden heranströmende Elbewasser abzuwehren. "Es war das erste Mal, dass das bei einem Elbdeichbruch geschafft wurde." Viele waren dafür bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gegangen. Auch dafür gab es ein großes Dankeschön.

Der Blick in die 80-jährige Geschichte fiel kurz aus. Bislang ist nicht allzu viel überliefert und festgehalten. Doch gibt es dafür bestimmt noch die Gelegenheit, wie sich später im Gespräch mit älteren Einwohnern zeigte.

Erinnerungen an früher

Der erste Wehrleiter war Otto Buchholz, berichtete Hans-Christoph Schröder im Gespräch mit der Volksstimme. Willi Wagner und Horst Ziem folgten. "Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, der Feuerwehrchef hatte so einen Pickel auf seinem Helm", erzählte der 81-Jährige. Und weiter: "Willi Fick war viele Jahre Maschinist. 1936 kam die erste Motorspritze. In dem Jahr brannten die Osterburg- und die Kanter-Scheune."

Kurt Lück war viele Jahre Maschinist in der Feuerwehr. Seit 1954 hat er die Wehrgeschichte mitgeschrieben und mit weiteren Kameraden den Nachwuchs ausgebildet. Auch er denkt, ebenso wie andere Einwohner, an die Brandserie zurück, die Anfang der 1990-er Jahre Kuhlhausen in Atem hielt. Nachdem im Sommer schon Gräben und Felder brannten, standen ab September monatlich eine Scheune in Brand, Heiligabend ein Stall. Es war Brandstiftung.

Zu den Gratulanten gehörten am Sonnabend Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler, Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski und Ortsbürgermeister Torsten Winkelmann. Sie hoben die Bedeutung der Feuerwehren und ihre Bereitschaft, sich für andere zu engagieren, hervor. "Wir unterstützen uns alle gegenseitig. Das Hochwasser hat uns gezeigt, dass wir alle eine Feuerwehr sind, wir kommen nur aus unterschiedlichen Orten", unterstrich Ulrich Ziegler die Zusammenarbeit der Wehren in der Einheitsgemeinde.

Bei den Spaßwettkämpfen der Jugend mit Teams aus Kuhlhausen und Warnau sowie der Erwachsenen aus Kuhlhausen, Warnau, Spaatz und Strodehne stand vor allem die Gaudi im Vordergrund. Die Havelberger Wehr zeigte den Einsatz von hydraulicher Schere und Spreizer beim Zerlegen eines Autos, wie es bei Unfällen zur Rettung von Verletzten erforderlich sein kann. Zudem hatte der Versorgungstrupp in der Gulaschkanone Erbsensuppe gekocht. Für Essen und Trinken sorgte zudem die Gaststätte am Karpfenteich. Auf dem Festplatz ging es bis zum Abend weiter mit dem Dorffest.

Weitere Fotos finden Sie im Internet unter www.volksstimme.de/havelberg

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