Jetzt beginnt die heiße Phase der Vorbereitung des Havelberger Pferdemarktes. Die Marktleitung mit Marktmeister Dieter Härtwig und seiner Stellvertreterin Grit Lübeck ist gestern in das Büro im Mühlenholz gezogen.

Havelberg l Kisten voller Ordner, Pläne für die verschiedenen Plätze auf dem Festgelände und Magnete in verschiedenen Farben, die auf einer großen Tafel eine schnelle Übersicht zum Havelberger Pferdemarkt geben, wurden am Montag ins Mühlenholz gebracht. Das Domizil der Havelberger Hundesportler ist in den nächsten Wochen wieder fest in der Hand der Marktleitung. Marktmeister Dieter Härtwig und seine Stellvertreterin Grit Lübeck richten alles ein, damit Havelbergs sogenannte fünfte Jahreszeit am Donnerstag, 4. September, zünftig eingeläutet werden kann.

Die Nachfrage ist ungebrochen

Mit dazu gehört Silke Lisges. Unterstützt werden die drei von Kathrin Hamann, die derzeit ein Praktikum in der Stadtverwaltung absolviert - eine gelernte Pferdewirtin.

Die Platzmeister ziehen in der kommenden Woche aufs Pferdemarktgelände. Für den Pferdehandelsplatz zeichnet seit vielen Jahren "Pferdelady" Sigrid Wiedenhöft verantwortlich. Auf dem Handelsplatz hat Marion Brandt das Sagen. Im Bereich des Kleinhandels und Trödelmarktes übernehmen mit Helmut Schulz und Renate Reichert zwei Pferdemarkt-Kenner das Zepter. Vor ihrem Ruhestand war er der Marktmeister und sie seine Stellvertreterin. "Das ist für uns natürlich eine Erleichterung, wenn uns zwei solch erfahrene Kräfte unterstützen", sagt Dieter Härtwig. Die Marktleitung ist für den Schaustellerbereich zuständig.

Die Vorbereitungen auf das große Havelberger Spektakel, das jährlich gut 200000 Besucher anlockt, laufen seit Monaten. Doch jetzt beginnt die heiße Phase. "Die Nachfrage ist ungebrochen", sagt der Marktmeister. Viele Händler und Schausteller brennen darauf, nach dem flutbedingten Ausfall des Pferdemarktes im vorigen Jahr, 2014 endlich wieder dieses ganz besondere Flair zu erleben. Auf dem Handelsplatz sind die Flächen so gut wie vergeben, nur noch Restflächen sind übrig. Viele Verträge sind geschlossen.

Trödler können sich auch spontan noch anmelden

Auf dem Kleinhandels- und Trödelplatz sind noch Kapazitäten frei. Obwohl es sich auch dort inzwischen herumgesprochen hat, dass es gut ist, die Verträge im Vorfeld mit der Stadt zu schließen, gibt es doch immer wieder spontane Händler, die einen Platz haben möchten. Dennoch, so weiß es der Marktmeister aus Erfahrung, reisen etliche Händler mit Vertrag schon Sonntagnachmittag/-abend an, um dann, mit Öffnung der Plätze am Montagmorgen, pünktlich mit dem Aufbau beginnen zu können. "Das ist Tradition bei vielen. Zum Mittag soll alles aufgebaut sein."

Für den Handelsplatz haben sich wieder die verschiedenen Marktschreier angesagt. Nudeln, Käse, Wurst, Bananen, Kekse, Blumen werden sie wortreich versuchen, an ihre Kunden zu bringen. Ansonsten ist an den Ständen von allem was dabei. Schmuck, Mode, Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Elektronik, Gartengeräte - die Vielfalt an Neuware ist groß. Ein Kunstmarkt ist wieder mit dabei. Dort steht auch das irische Zelt, in dem Folkmusik zum Tanzen einlädt.

Zu essen und zu trinken ist ebenfalls reichlich vorhanden - auf allen Plätzen des Pferdemarktes. Da sollte von der klassischen Bratwurst über Kassler mit Grünkohl bis hin zu ungarischem Langos, Gemüsepfannen und überbackenen Brotvariationen für jeden Geschmack etwas dabei sein. Die Marktleitung bekommt öfter Anrufe von Händlern, die etwas ganz Neues anpreisen wollen. Doch meist muss der Marktmeister dann sagen: Haben wir schon.

Sax`n Anhalt Orchester eröffnet den Pferdemarkt

Das gilt auch für den Rummel, wo immer versucht wird, eine Attraktion zu bieten, die es bisher noch nicht auf dem Pferdemarkt gab. Doch einfach ist das nicht. Autoscooter, Breakdancer, 40 Meter hohes Riesenrad und "No Limit" sind ein Muss auf dem Platz. Neu ist in diesem Jahr die "Kabolzmaschine" Rocket, wo die Fahrgäste hoch oben am Pendel durch die Luft gewirbelt werden. Mit "Crazy Mouse" steht wieder eine große Achterbahn auf dem Rummel. "Halloween" heißt die Geisterbahn, in der die Besucher in den auf Schienen fahrenden Wagen das Gruseln lernen.

75 Schausteller bauen 110 Geschäfte auf. Kinderkarussell, Entenangeln, Berg- und Talbahn, Pferdereiten, Bälle zum Übers-Wasser-Laufen werden unter anderem für die Jüngsten aufgebaut. Losbuden, Korken- und Pfeilschießen, Imbiss- und Süßwarenstände gehören außerdem zum Rummel.

Auf dem Pferdehandelsplatz steht wieder das große Festzelt, in dem am Donnerstag, 4. September, um 15 Uhr der Markt mit dem Fassbieranstich durch den Bürgermeister eröffnet wird. Dieses Mal sorgt das Sax`n Anhalt Orchester für Stimmung.