Das Netzwerk der Fluthilfeorganisationen lädt nach gut einem Jahr voller Leid, Sorgen und Kraftanstrengungen zum Beisammensein und Feiern ein.

Elbe-Havel-Land l Zusammen ist man weniger allein! Das ist das Motto des Einheitsfestes mit Info-Veranstaltung Hochwasserschutz am 3. Oktober in Schönhausen. Caritas, DRK, ASB und Kirchenkreis Stendal sind die Initiatoren der bunt gemischten Veranstaltung, die um 14 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche beginnt. Weil der Park gesperrt ist, steht das Festzelt am Bürgerzentrum, wo um 15.30 Uhr die Begrüßung der Gäste stattfindet.

Um 16 Uhr beginnt das Kindermusical "Komm schon auf die Beine", das eine Gruppe aus Sachsen aufführt und das die Flut, das Zusammenhalten und den Neuanfang zum Thema hat. Anschließend fragt ein Referent: "Was hat Martin Luther mit dem Apfelbaum zu tun?"

Auch das abendliche Musikprogramm im Festzelt ist vielfältig: Die Village Boys machen Tanzmusik und es gibt eine Überraschung.

Hilfe beim Ausfüllen aller Anträge

Eingeladen sind alle Bewohner des Elbe-Havel-Landes und auch von westlich der Elbe, wo u.a. Weißewarte von der Flut betroffen war. "Betroffen waren doch alle, ob unmittelbar durch die Flut, durch Evakuierung oder als Helfer", sagt Judith Liban, bei der die organisatorischen Fäden des Einheitsfestes zusammenlaufen. Die 24-Jährige aus Kamern ist seit September 2013 über den Stendaler Kirchenkreis im Einsatz, um den Flutopfern zur Seite zu stehen. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Hauptsächlich ging es anfangs darum, über die Caritas Spendenanträge zu stellen, Bauarbeiten zu koordinieren oder einfach nur als Zuhörerin da zu sein. Vor allem Ältere ließen sich beim Ausfüllen der umfangreichen Anträge auf Wiederaufbauhilfe bei der Magdeburger Investitionsbank helfen. Seit etwa zwei Monaten geht es hauptsächlich darum, die Verwendungsnachweise für die Investitionsbank zusammenzustellen und noch Folgeanträge zu stellen. Bis Jahresende ist Judith Liban, die zuvor in Spanien im Europäischen Freiwilligendienst Blinde betreute, noch im Elbe-Havel-Land im Einsatz.

Für jeden ein Apfel- oder Kirschbäumchen

Beim Einheitsfest fällt auch der Startschuss für die Apfelbaumaktion. Das Helfernetzwerk hat es möglich gemacht, dass jeder betroffene Grundstücksbesitzer einen Apfel- oder Kirschbaum geschenkt bekommt und ihn in seinem Garten als Zeichen des Neuanfanges pflanzen kann. Knapp 1000 Bäumchen stehen bereit. An vier Tagen - 4., 9. 16. und 18. Oktober - kann man sich einen Baum im Schönhauser Blumengeschäft von Siegfried Güldenpfennig in der Fontanestraße holen.

Den dafür benötigten Abholschein verschicken die Fluthelfer Mitte September an alle betroffenen Haushalte.

Demnächst werden auch die Plakate ausgehängt, auf denen auf das Einheitsfest hingewiesen wird. Gestaltet hat es Kunsttherapeutin Julia Wübbenhorst, die im Schönhauser Caritas-Atelier tätig ist.