Eberhard Wienmeisters Tag ist von morgens bis abends ausgefüllt mit Dingen, die er nicht nur für sich tut, sondern auch für andere - das ist es wert, ihn mit dem Volksstimme-Blumenstrauß des Monats Oktober zu ehren.

Klietz l Eigentlich steht dienstagabends das Fußballtraining der Männermannschaft auf dem Terminplan - zum Zuschauen und Ratgeben, denn die Fußballschuhe hat Eberhard Wienmeister längst an den Nagel gehängt. Am vergangenen Dienstag allerdings hatte er guten Grund, das Training sausen zu lassen. Denn er feierte seinen 70. Geburtstag. Der große Blumenstrauß, den es von der Volksstimme gab, war ein ganz besonderer. Denn er war nicht nur ein Gruß zum Jubiläum, sondern der Strauß des Monats, mit dem das Ehrenamt gewürdigt wird.

"Eberhard hat ihn wirklich verdient", sagten seine Freunde vom Sportverein. Denn sie wissen, wie viel Herzblut er in die Vereinsarbeit investiert.

1979 waren Monika und Eberhard Wienmeister mit den beiden Töchtern Simone und Jana der Arbeit bei der NVA wegen von Berlin nach Klietz gezogen, "das war ein ganz schöner Kulturschock". Um sich schnell einzuleben, wird Eberhard Wienmeister als leidenschaftlicher Volleyballer Mitglied im Sportverein und auch gleich zur Vorstandsarbeit verdonnert. Er spielt Volleyball und bei den Alten Herren Fußball. 1996 übernimmt er den Vorsitz von Herbert Müller, aktiv ist er bis heute im Bowlen und Tischtennis. Der 70-Jährige fährt auch Rad, nicht nur ein paar kurze Strecken rund um Klietz, sondern beispielsweise auf dem Europaradweg, der ihn auch quer durch die Einöde Osteuropas geführt hat.

Aber nicht nur in "seinem" Sportverein engagiert er sich für andere und sucht nach immer neuen Möglichkeiten, den Breitensport attraktiv zu machen und dafür auch Sponsoren zu gewinnen, auch im Klietzer Gemeinderat ist Eberhard Wienmeister engagiert und versucht in manchmal kontroversen und emotionsgeladenen Diskussionen für Ruhe und Ausgewogenheit zu sorgen. Seit 1990 ist er mit Unterbrechung Mitglied im Gremium, seit der letzten Wahlperiode auch als Stellvertreter des Bürgermeisters. Dass er in diesem Amt tatsächlich einmal sehr gefordert sein wird, ahnte er nicht - bis zur Flut im Sommer 2013. Jürgen Masch lag im Krankenhaus und jemand musste die Fäden in die Hand nehmen. "Wir waren ein kompetentes Team, mit dem wir die Situation nach bestem Wissen und Gewissen gemeistert haben", blickt er auf den Juni 2013 zurück.

Die Wiederaufbaumaßnahmen in Klietz, Neuermark und Scharlibbe im Rat zu begleiten, macht Eberhard Wienmeister Freude. Und er packt auch selbst zu: mit der "Rentnerbrigade", die er ins Leben gerufen hat. Gerlind Herold gehört vorerst dazu, "es können gern mehr werden". In Absprache mit dem Bürgermeister packen die rüstigen Rentner Dinge an, für die die Kommune kein Geld und die Gemeindearbeiter keine Zeit haben. Jetzt gerade verputzt Eberhard Wienmeister eine Wand des Jugendklubs, die seit dem Einsetzen eines neuen Fensters nicht mehr schön ausgesehen hatte. Warum er mauern kann? "Ich hab Berufsausbildung mit Abitur gemacht, Fachrichtung Rohbaumonteur. Da lernt man auch das Mauern."

Wenn abends Zeit ist, nimmt Eberhard Wienmeister gern mal ein Buch zur Hand. Oft ist es Reiseliteratur, aber auch dicke Wälzer. Zuletzt las er "Die Vermessung der Welt". Ein Stück davon "vermisst" er mit dem Tacho selbst, wenn er nächstes Jahr zusammen mit dem jüngeren Bruder aus Genthin durch das Elsass radelt, "wegen des guten Essens".

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