Der Havelberger Adventskalender 2014 geht so langsam aber sicher in sein letztes Drittel. Das bedeutet: Weihnachten rückt näher und näher. Die Fensterchen 13 und 14 haben sich am Wochenende in der Domkurie 8 und in der Elb-Havel-Kaserne geöffnet.

Havelberg l Die weihnachtliche Reise rund um die Welt ist am Sonnabend und Sonntag fortgesetzt worden. In der Domkurie D8 in der Domherrnstraße stand vorgestern Italien im Mittelpunkt. Zum 13. Dezember hatte Antje Reichel, die an diesem Tag die Rolle der Erzählerin übernommen hatte, eine besondere Geschichte herausgesucht. "Heute ist der Gedenktag der Heiligen Lucia, die in Sizilien geboren wurde", berichtete sie. Und weiter: Sie wird die Leuchtende genannt. In der Legende heißt es, sie wollte nicht heiraten, wollte Christus nachfolgen. Das tat sie gegen den Willen ihrer Eltern. Lucia war eine junge, selbstbewusste Frau. Sie setzte sich durch und bezahlte einen hohen Preis dafür: Mit nur 21 Jahren wurde sie hingerichtet. Die Kirche ehrt die Heilige Lucia als Heilige. Lucia, die von Gott Angestrahlte. Die deshalb leuchten konnte. Und auch am Sonnabend in der D8 als Botin des Lichts erstrahlte. Denn Antje Reichel fand mit Leonie Kardell ein mutiges Mädchen aus dem Publikum, das sich - mit entsprechender Bekleidung - von Antje Reichel gern in die Heilige Lucia verwandeln ließ: in ein weiß gekleidetes Mädchen mit einer Lichterkrone im Haar. Anschließend ging sie dann durch die Besucherreihen und ließ jedes Kind und jeden Erwachsenen in ein Körbchen mit Keksen greifen.

Nach dieser Geschichte stellte Antje Reichel den Gästen dann auch noch La Befana vor. Noch vor wenigen Jahrzehnten fand die Bescherung in Italien erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag, statt. Allerdings brachten nicht die Heiligen Drei Könige die Geschenke, sondern eine mythische vorchristliche Figur des italienischen Volksglaubens, die Befana. Das ist eine hässliche Hexe, welche in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf der Suche nach dem Jesuskind auf einem Besen von Haus zu Haus fliegt, Geschenke bringt oder auch bestraft. Im Laufe der Zeit gewannen die positiven Aspekte ihrer Gestalt die Oberhand, so gilt sie heute in erster Linie als gute Fee.

Am gestrigen Sonntag, an dem Major Ralf Dülfer den Weihnachtsmann und dessen großes Gefolge - insgesamt über 40 kleine und große Leute - im Betreuungsgebäude der Bundeswehr in der Elb-Havel-Kaserne begrüßen konnte, ging es mit Simone Dülfer nach Schweden. In diesem Land ist es in manchen Regionen auch am Tag so dunkel wie in der Nacht, weshalb in der Vorweihnachtszeit auch dort - angelehnt an die Heilige Lucia - das Fest des Lichtes als Fest der Freude und der Hoffnung begangen wird. Die Erwachsenen dürfen dabei auch schon mal ein Bierchen mehr trinken, als sie Durst haben. Was in der gestrigen Runde bei den Großen unter den Gästen auf ungeteilte Zustimmung stieß.

Aber auch speziell für die Kinder hatte Simone Dülfer noch etwas Fröhliches mitgebracht. Denn aus Schweden kommt eine ganz berühmte Kinderfigur. Die Schriftstellerin Astrid Lindgren hat sie erschaffen: Pippi Langstrumpf. Und wie Pippi so ist, hat sie mal wieder für eine Menge Aufregung gesorgt. Denn sie stiftete andere Kinder dazu an, mit ihr einen Weihnachtsbaum zu plündern.

Wie an den vorangegangenen 13 Tagen auch konnten die Kinder zum Schluss wieder beim Weihnachtsmann anstehen und sich gegen ein vorgetragenes Lied oder Gedicht ein kleines Geschenk von ihm abholen. Und gemeinsam gesungen wurde natürlich auch.

Am heutigen Montag ist das Jugendzentrum in der Uferstraße Gastgeber; um 17 Uhr geht es vom Rathaus aus mit dem Weihnachtsmann los.

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