Zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Sigrid Wiedenhöft hat Bürgermeister Bernd Poloski an Heiligabend den Bewohnern der Seniorenheime in Havelberg eine kleine weihnachtliche Freude bereitet.

Havelberg l Allein 65 Frauen und Männer waren es in der Pflegeeinrichtung Am Camps, die ein Präsent vom Stadtoberhaupt erhielten. "Ich finde, das ist eine prima Sache, dass der Bürgermeister zu Weihnachten auch an die Älteren und Pflegebedürftigen in den Heimen der Stadt denkt", freute sich Christel Lück. Die Havelbergerin lebt seit dem 2. April 2012 in der Einrichtung und fühlt sich hier "wirklich sehr wohl", wie sie sagt. "Denn ich bin hier in guter Gesellschaft", bekräftigt sie.

In der Domstadt ist sie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Hause. "Ich bin von Ostpreußen hergekommen. Zu der Zeit hatte ich so gut wie nichts, aber ich schaffte es, mich hochzuarbeiten. Eigentlich müssten mich in Havelberg Hinz und Kunz kennen", erklärt sie. Vor allem durch ihre gut 30 Jahre lange Tätigkeit als Krankenschwester im Krankenhaus; fünf Jahre lang arbeitete sie auch in der Stadtverwaltung. Ihre inzwischen 84 Jahre sieht man der Seniorin ganz und gar nicht an. "Das glaubt mir so gut wie keiner - ich hab immer mindestens fünf Jahre gut", schmunzelt die lebenslustige, alte Dame.

Mit Ingrid Reinicke, die vor einem halben Jahr in die Pflegeeinrichtung eingezogen ist, hat Christel Lück eine gute Freundin gefunden. "Wir beide lassen uns so schnell nicht unterkriegen. Es gibt immer was zu Lachen mit uns", gibt Christel Lück zu verstehen.

Beide Frauen waren an Heiligabend verständlicherweise in Gedanken auch bei ihren Kindern und deren Familien. "Mein Sohn holt mich heute noch zu sich nach Hause", zeigte sich Ingrid Reinicke bereits in großer Vorfreude. Christel Lücks Kinder leben in Rheinland-Pfalz und damit sehr weit weg von Havelberg. "In diesem Jahr klappt es leider nicht mit einem Weihnachtsbesuch bei mir, aber sie haben versprochen, das zu einer anderen Zeit nachzuholen", sagt ihre Mutter.

Am Dienstplan wurden übrigens auch über Weihnachten in der Pflegeeinrichtung keine Abstriche gemacht. "Dienst ist Dienst. Das wissen alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und daran halten sie sich. Auch Feiertage sind Arbeitstage für sie. Früh sind es neun Kräfte, in der Spätschicht sieben Kräfte und in der Nacht zwei Kräfte, die sich um das Wohl der Heiminsassen bemühen", ist von Einrichtungsleiterin Andrea Frommke zu erfahren.

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