Der Förderverein Hochwasseropfer Elbe-Havel-Land steht kurz vor der Auflösung. Schon wenige Tage nach dem Deichbruch in Fischbeck im Juni 2013 ins Leben gerufen, hat er nun seinen Zweck erfüllt.

Elbe-Havel-Land l Kurz vor Weihnachten wurde das letzte Geld verteilt. "Wir haben noch einmal Familien ausgewählt, die besonders betroffen sind und die finanzielle Unterstützung gut gebrauchen können", erklärt der Vorsitzende Martin Reinke. Er hatte im Juni 2013 auch die Initiative zur Vereinsgründung ergriffen. "Ich war hier in Burgdorf bei Hannover sprachlos, als ich von der Katastrophe hörte und die Bilder sah", berichtet der 36-Jährige, der in Kabelitz und Schönhausen aufgewachsen ist. Tatenlos zusehen wollte er nicht und fand in seiner Firma - er ist Leiter eines großen Shops für Golf-Zubehör - sofort sechs Mitarbeiter, die für die zügige Vereinsgründung gebraucht wurden. Denn nur über einen gemeinnützigen Verein können den Geldgebern Spendenquittungen ausgestellt werden.

Auch etliche Freunde von Martin Reinke wie beispielsweise Benjamin Witt und andere ehemalige Schönhauser standen ihm ohne zu zögern zur Seite. Zusammen machten sie sich an die Arbeit, Spenden zu sammeln.

Und das mit großem Erfolg. Immerhin 42000 Euro und Sachspenden im Wert von 8000 Euro kamen zusammen. Es waren vor allem Kunden im Golf-Geschäft, die sich von Martin Reinke von der Katastrophe im Elbe-Havel-Land berichten ließen und bereitwillig spendeten. Sehr nützlich war auch die umgehend ins Internet gestellte Homepage, auf der die Lage in den Orten zwischen Fischbeck und Havelberg beschrieben und mit Bildern anschaulich dargestellt wurde. Außerdem konnte der Verein Spendenwillige, die auf der Suche nach Empfängern waren, weitervermitteln.

Das Geld zu verteilen, war nicht ganz einfach. "Die Behörden mussten sich ja bedeckt halten und durften niemanden nennen, der ohne Versicherung dasteht. Über die Kirche und private Informationen wurden dann die Familien ausgewählt, die sich über Spenden freuen konnten. Jetzt bei der letzten Spendenverteilung half das DRK, die passenden Empfänger zu finden", berichtet Martin Reinke, der die Weihnachtsfeiertage zu Hause bei Familie Witt in Schönhausen verbrachte. Da hörte er einmal mehr, dass noch so mancher Betroffene mit den Folgen der Flut zu kämpfen hat. Schäden treten durch Setzungen erst jetzt auf und auch Nässeprobleme sind längst nicht überstanden - frisch verputzte und tapezierte Wände beginnen wieder zu schimmeln. Schön sei dagegen, dass Neubauten kurz vor dem Fest wieder bezogen werden konnten. Und auch die Sanierungen im kommunalen Bereich kommen nun in Gange.

"Die Spenden sind verteilt. Deshalb werde ich im Januar die Vereinsauflösung in Angriff nehmen", kündigt Martin Reinke an. Die Homepage allerdings bleibt noch erhalten, um auch Bilder zu zeigen, was sich im Elbe-Havel-Land bewegt.

Die Homepage findet man unter www.Förderverein-Hochwasseropfer-Elbe-Havel-Land.de