Kabelitz l "Jetzt kann ich wieder in meiner Küche wirbeln!" Brigitte Witte aus Kabelitz und ihr Mann Otto sind anderthalb Jahre nach der Flut, die ihr Haus in der Kabelitzer Dorfstraße unbewohnbar gemacht hat, zurück in den eigenen vier Wänden. Gleich neben dem um 1840 von Otto Wittes Urgroßvater erbauten Heim, das schon 1845 im Deichbruchwasser gestanden hatte, ist der Neubau errichtet worden. "Mit dem ersten Tag des Einzuges haben wir uns heimisch gefühlt", freut sich das Ehepaar über große, helle Räume, moderne Küche und schönes Bad. "Unsere Tochter Undine und ihr Mann Klaus-Dieter Ahlf waren gute Berater." Nicht nur dafür sind Wittes ihnen dankbar, sondern auch dafür, dass sie anderthalb Jahre Unterschlupf bei ihnen fanden. Hierhin nach Schönhausen waren Wittes in der Nacht des Deichbruchs geflüchtet. Die Zeit war nervenaufreibend. Auch, weil es bisher keine Einigung mit der Versicherung gab. Deshalb ist auch die Investitionsbank eingesprungen und trägt 80 Prozent der Baukosten. "Das hat alles gut geklappt. Dass wir nun doch so verhältnismäßig schnell im neuen Heim sind, hätte ich im Herbst letzten Jahres nicht zu hoffen gewagt." Die Töchter Undine und auch Doreen mit Familie waren eine wichtige Stütze, "dafür kann ich nicht genug Dank sagen", so die 72-Jährige.

Eine Baufirma aus Arnim hatte im Juni, um den Jahrestag des Deichbruches herum, mit den Arbeiten begonnen. Jeden Handgriff verfolgten Wittes. Denn sie verbrachten die Tage vom frühen Morgen bis zum späten Abend auf der Baustelle. Die Sommerküche im Stallgebäude genügte ihnen, "und ich konnte im Garten schon ein bisschen was tun", so Otto Witte. Und sich seinen Bienen widmen. Die hatte der 75-Jährige noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Inzwischen ist das Bienenhaus neu errichtet und Otto Witte freut sich schon, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen für den Ausflug über die Kabelitzer Wiesen und Felder sorgen. Seit 1960 ist er leidenschaftlicher Imker, "ich habe das Handwerk von Werner Albrecht aus Schönhausen und Erich Klingberg aus Fischbeck gelernt".

Kurz vor Weihnachten waren die Bauarbeiten abgeschlossen, Strom und Wasser mit etwas Verzögerung gelegt. Zu tun gibt es noch einiges, "aber das können wir nach und nach machen". Auch das Fluthaus, in dem inzwischen die Fußböden einsacken, muss noch abgerissen werden.

In Kabelitz blieb insgesamt drei Häusern nur der Abriss, zwei neue Eigenheime sind vor Weihnachten bezogen worden.