Auf ihre Feuerwehr können die Tangermünder stolz sein. Es war eine beeindruckende Statistik, die Ortswehrleiter René Tangelmann während der Jahreshauptversammlung am Sonnabend präsentieren konnte.

Tangermünde l Die Tangermünder Ortsfeuerwehr ist jung, sehr gut motiviert, ständig einsatzbereit und am wachsen. Das ist das Fazit aus den Ausführungen von Ortswehrleiter René Tangelmann, der während der Jahreshauptversammlung am Sonnabend in der Aula des Gymnasiums vor seinen Kameraden und Gästen das vergangenge Jahr Revue passieren ließ. Seine Statistik kann sich sehen lassen.

Derzeit sorgen 58 Männer und Frauen im aktiven Dienst dafür, dass die Elbestädter ruhig schlafen können. Wo viele andere Wehren im Landkreis Stendal Probleme mit der Nachwuchsgewinnung haben, sieht es in Tangermünde anders aus. Die Truppe ist ständig am wachsen. Seit 2007 stießen 18 Mitglieder hinzu. Auch altersmäßig sieht es sehr gut unter den Aktiven aus. Mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren ist die Wehr sehr jung und laut Tangelmann hoch motiviert sowie sehr leistungsfähig, und sie profitiert von der Ruhe, der Besonnenheit sowie den Erfahrungen der älteren Mitglieder. Inklusive Aus- und Weiterbildung, Einsatzgeschehen, Lehrgangs- oder Seminar-teilnahme sowie der Absicherung von Veranstaltungen und Festen absolvierten die Männer und Frauen im Vorjahr 8224 Stunden im Dienste der Stadt und ihrer Bürger. "Auf diese Zahl bin ich sehr stolz", so Tangelmann, der seine Mitstreiter aufforderte, diese Zahl in 2015 noch einmal zu toppen.

Am Wochenende brenntes am häufigsten

Darüber hinaus scheint der Nachwuchs gesichert. Elf Jungen und neun Mädchen gehören der Jugendwehr an, so deren Sprecherin Dana Waclawczyk. Die 20 Jugendlichen trafen sich während der 20 Dienstabende nicht nur zur feuerwehrtechnischen Ausbildung, zum Erlernen der Ersten Hilfe oder Gerätekunde, sie hatten auch gemeinsam viel Spaß, beispielsweise während der Sommerfahrt oder beim Grillen. Elf Jungen und drei Mädchen gehören aktuell zur Kinderwehr, war von Pascal Bochmann zu erfahren. Ihre Ausbildung beginnt beim richtigen Absetzen von Notrufen und führt bis hin zur einfachen Gerätekunde. Spiel, Spaß und Sport kommen aber auch bei den Jüngsten nicht zu kurz.

Bezeichnete Tangelmann das durch Hochwasser geprägte Jahr 2013 (91 Einsätze) als Katastrophenjahr, konnte seine Mannschaft im Vorjahr etwas durchatmen. Mit 69 Einsätzen sei man wieder in der Normalität angekommen. 25 Brandbekämpfungen stand beispielsweise die gleiche Anzahl an technischen Hilfeleistungen gegenüber. Meistens mussten die Kameraden an den Wochenenden ausrücken. Allein 28 Mal wurden sie sonnabends beziehungsweise sonntags alarmiert. Die meisten Einsätze gab es im Juli (elf), die wenigsten im September und Mai (vier). Im Regelfall wurde die Feuerwehr am Tage und in den Abendstunden alarmiert. Nachts hatte die Mannschaft dagegen oft einen ruhigen Schlaf.

Der Ortswehrleiter ging während seiner Ausführungen auch auf einige besondere Einsätze in 2014 ein. Darunter waren außergewöhnlich Rettungen wie die eines Kapitänes von seinem Schiff oder die eines Fuchses aus einem Zaun.

Trotz dieser durchweg positiven Bilanz gab es während der Veranstaltung auch traurige Momente. Mit einer Schweigeminute gedachten die Kameraden gleich zum Beginn der verstorbenen Feuerwehrmitglieder Wolfgang Reinfeldt und Erich Wüst.

Die Wehr ist ein Magnetfür junge Leute

Als erster Gast sprach Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich. In Tangermünde laufe einiges anders als in anderen Wehren, so sein Fazit. Unter anderem sei kein Wort darüber gefallen, dass die Wehr in Sachen Mitgliedergewinnung um Lösungen ringt. Diese Truppe sei ein Magnet, der junge Menschen anzieht. Stadtwehrleiter Michael Classe bedankte sich im Namen der anderen sieben Ortswehren beim "Rückgrat" der Stadwehr.

Bernd Tangelmann, Vorsitzender des Feuerwehrfördervereins, erinnerte an die gemeinsamen Veranstaltungen, und er versicherte, dass die Männer und Frauen auch weiterhin auf die Unterstützung des Vereins setzen können. 1600 Euro konnten im vergangenen Jahr bereitgestellt werden, und die aktive Truppe sowie die Jugendwehr freuten sich auf der Jahreshauptversammlung noch einmal je über einen 500 Euro schweren Scheck.

Das Schlusswort hatte Bürgermeister Rudolf Opitz. Als Vertreter aller Bürger dankte er den Brandschützern für ihre Einsatzbereitschaft. Sei auch die Tangermünder Wehr mit Gerätehaus und Fahrzeugpark gut aufgestellt, sehe es nicht überall in der Stadt so rosig aus, meinte er mit Blick auf die Wehren der Ortsteile. Dort gäbe es noch viel Nachholebedarf.

Es war der letzte offizielle Auftritt von Opitz vor den Kameraden. Nach 25 Jahren im Amt räumt er in diesem Jahr den Bürgermeisterstuhl. Ohne die Freiwilligen im Ehrenamt hätte er diese Zeit nicht meistern können, verabschiedete er sich. Spontan erhoben sich Feuerwehrfrauen und Männer zum stehenden Applaus für das Noch-Stadtoberhaupt.

 

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