Havelberg l 75 Einsätze bei Unfällen, Bränden, Gefahrenabwehr, Bootshavarie und Hilfeleistungen gehören zur Bilanz der Havelberger Feuerwehr für das Jahr 2014. Wehrleiter Ulrich Ziegler stellte sie dem Jahr zuvor gegenüber. Da hatte es 73 "normale" Einsätze gegeben, zudem 77 wegen der Hochwasserkatastrophe.

Im Schnitt war jeder Kamerad im Jahr 2014 bei 18 Einsätzen dabei. Doch gibt es Kameraden, die diesen Durchschnitt deutlich übertreffen. Das liege nicht allein daran, dass sie oft in Havelberg oder derzeit ohne Arbeit sind, sondern vor allem "an ihrer Einstellung zur Aufgabe und zur Kameradschaft", gab er zu bedenken.

Die Personalsituation hat sich im vergangenen Jahr kritisch entwickelt. Gegenüber 45 Einsatzkräften im Jahr 2013 (einschließlich ehemaliger und zugereister Kameraden in der Zeit des Hochwassers) waren 2014 nur noch 32 Kameraden an Einsätzen beteiligt. Zwei von ihnen, Nico Panhans und Florian Glanz, wohnen nicht mehr in Havelberg, waren zufällig vor Ort. Sie wurden am Freitag auch offiziell verabschiedet aus den Reihen der Havelberger Wehr. Sie sind jedoch jederzeit willkommen, wenn sie wieder bei Einsätzen mithelfen können.

Werbung für die Mitarbeit in der Wehr ist wichtig

Es gibt Kameraden, die gar nicht mehr an Einsätzen und Ausbildungen teilnehmen, berichtete der Wehrleiter. Hier soll es Gespräche geben.

Er appellierte an alle Kameraden, Stadträte, Verwaltungsmitarbeiter und Firmenchefs, für eine Mitarbeit in der Feuerwehr zu werben, um auch künftig erfolgreich Einsätze absolvieren zu können. Eine Möglichkeit, das Problem fehlender Maschinisten zu beheben, ist, dass aus den Reihen der Bundeswehr vier Kameraden für den aktiven Dienst gewonnen werden konnten. Doch sind sie aufgrund von Einsätzen, Kommandierungen und Lehrgängen nicht jederzeit verfügbar, weshalb dies nicht der einzige Weg zur Stärkung der Wehr sein kann.

Mit Blick auf die Stadtverwaltung als Dienstherr der Feuerwehr sprach Ulrich Ziegler einige Kritikpunkte an. Dazu gehört das neue Feuerwehrboot, das der Wehr im vergangenen Sommer zur Verfügung gestellt wurde. Die Mängelliste umfasst 60 kleinere und größere Dinge. Er könne es nicht verstehen, dass es noch immer keine Beratung zur Abstellung der Mängel gegeben hat. "Das Boot erfüllt nicht die Anforderungen im Feuerwehrdienst und entspricht nicht dem Technischen Regelwerk."

Über Ausbildungen berichtete Andreas Brütt. Etliche Kameraden haben Lehrgänge besucht, unter anderem auf der Atemschutzstrecke im FTZ Arneburg und in der Feuerwehrschule Heyrothsberge (ein ausführlicher Bericht dazu folgt). An den Ausbildungen der Feuerwehr nahmen 8 bis 15 Kameraden regelmäßig teil.

Bürgermeister Bernd Poloski bedankte sich bei allen Aktiven, Mitgliedern der Altersabteilung und der Jugendwehr für ihre Einsatzbereitschaft. Er bewertet die Wehr als eine der am besten aufgestellten Feuerwehren. Er ging auf einzelne Kritikpunkte ein. Wenn es an Ausrüstung und Technik für die Einsatzfähigkeit der Wehr fehlt, sollten die Kameraden der Stadtverwaltung konkrete Hinweise geben. Alles, was die Feuerwehr benötigt, um uneingeschränkt einsatzbereit sein zu können, habe Priorität.

Ein Ärgernis im vergangenen Jahr war die Bezahlung der Bereitschaftsdienste der Feuerwehr zum Pferdemarkt durch die Stadt, wofür zweimal Formulare ausgefüllt werden mussten. "Wir wollten das so einfach wie möglich regeln, doch gibt es immer wieder neue Anforderungen durch Leistungsträger, was zusätzliche Unterschriften erforderte", erklärte das Stadtoberhaupt. Als Vertreter des Stadtrates hörten sich der Vorsitzende des Ordnungsausschusses Fred Lähns und Ausschussmitglied Tino Rosenburg die Probleme an. Fred Lähns regte zudem die Gründung eines Fördervereins der Feuerwehr an. Mit Auszeichnungen, Ehrungen und Beförderungen endete der offizielle Teil der Jahreshauptversammlung.