Der Heimatverein Havelberg hat mit seiner Mitgliederversammlung am Sonnabend die Weichen dafür gestellt, dass er für weitere zwei Jahre tatkräftig dazu beitragen kann, das Heimatgefühl zu pflegen und die Stadt zu verschönern. Neuer Vorsitzender ist Hans-Jürgen Nisch.

Havelberg l Er wollte gern weiter aus der zweiten Reihe heraus agieren, doch nun hat der bisherige Stellvertreter ganz offiziell den Posten inne, den er seit dem Wegzug des einstigen Vereinschefs Thomas Krispin ohnehin ausfüllt: Hans-Jürgen Nisch leitet für die nächsten zwei Jahre den Heimatverein als Vorsitzender. Das ist das Ergebnis der Vorstandswahl im Rathaus. Doch kann der Arzt im Ruhestand sicher sein, dass die Arbeit weiterhin auf viele Schultern verteilt wird.

"Der Nachwuchs ist unsere Perspektive."

Mit den bisherigen Vorstandsmitgliedern Waltraud Gennermann, Karla Martins und Renate Reichert hat er verlässliche Partner. Mit den neuen im Vorstand Frank Ermer - er soll langfristig den Vereinsvorsitz übernehmen - und Uta Breitmeier, die von Karla Martins in ihre Aufgaben eingearbeitet wird, ist zudem für eine Verjüngung gesorgt. Außerdem wurde Rosemarie Fünfarek in den Vorstand gewählt. Der bisherige Vorsitzende Eyko Pohland war nicht wieder zur Wahl angetreten.

In seinem Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre berichtete Hans-Jürgen Nisch über die vielfältigen Aktivitäten des Heimatvereins. Doch zunächst gab es für die 13 verstorbenen Mitglieder eine Gedenkminute. Aktuell gehören 212 Mitglieder dem Verein an, vor zwei Jahren waren es 231. Ein sehr schöner Auftakt im Jahr 2013 war der Eintrag von Erika Rittner ins Goldene Buch der Stadt. Als Gründungsmitglied und Leiterin der Plattdeutschgruppe hatte sie sich über Jahre für den Verein verdient gemacht. "Sie denkt immer noch gern daran zurück", sagte Hans-Jürgen Nisch und schickte Grüße in ihre neue Heimat.

Mit den Plattdeutschnachmittagen ist der Verein regelmäßig in der Öffentlichkeit zu erleben. Fünf finden pro Jahr statt. Heide Schumann hat die Leitung übernommen. Die plattdeutsche Singegruppe steht unter der bewährten Führung von Margarete Bartels. Die organisatorischen Fäden beider Gruppen liegen in den Händen von Renate Thiemann. Für alle drei gab`s am Ende der Versammlung Rosen als Dankeschön. Diese erhielten zudem Waltraud Gennermann, Karla Martins, Renate Reichert, Berta Nehring sowie Petra und Hans-Jürgen Nisch. Seinen Dank sprach der Vorsitzende zudem allen Mitgliedern und ihren Familienangehörigen aus, die zum Gelingen der Arbeiten beitragen. Darin schloss er auch diejenigen ein, die durch ihre Beitragszahlung und Spenden zur guten finanziellen Basis beitragen.

Der plattdeutsche Nachwuchs unter Leitung von Elke Joachim in der Sekundarschule Havelberg und Edith Läufer in der Grundschule Klietz fand ebenfalls seine Würdigung im Rechenschaftsbericht. Der Heimatverein unterstützt finanziell und beantragt Fördergelder. Bei den Plattdeutschnachmittagen zeigen die Kinder ihr Können, das sie zudem bei Regional- und Landeswettbewerben unter Beweis stellen. "Diese Gruppen sind unsere Perspektive. Wir werden sie weiter unterstützen, damit dieses Brauchtum gepflegt wird."

Die Exkursionen des Vereins führten 2013 nach Meyenburg und Plau am See sowie 2014 nach Berlin. Es gab heimatgeschichtliche Vorträge. Die, die ausfallen mussten, werden nachgeholt. Gut angekommen sind die Auftritte der Singegruppe im Sommer 2013 bei den Hochwasseropfern, die in den Notunterkünften in Havelberg untergebracht waren.

"Ein Verein, der vielen Leuten Freude bringt."

Von Spannung und Vorfreude auf die Bundesgartenschau zeugte das große Interesse der Mitglieder an den Buga-Baustellenführungen. Mitglieder brachten sich beim Havelberger Adventskalender mit ein. Die Arbeitsgruppe Stadtgrün trug zu Verschönerungen im Stadtgebiet bei. Der 90. Geburtstag des Ehrenvorsitzenden Herbert Stertz war zum Ende des Berichtszeitraums ein Höhepunkt.

Bei den Ausblicken auf nächste Vorhaben nannte Hans-Jürgen Nisch die Aufwertung des Brückendenkmals mit Sitzflächen, Fahrradständer und Info-Tafel sowie die Sockelsanierung am Ankerdenkmal in der Bahnhofstraße. Die Singegruppe gibt eine zweite CD heraus. Schon jetzt geplant ist die Übernahme der Pflege des alten Domfriedhofes als Parkanlage nach der Buga.

Bürgermeister Bernd Poloski, der dem Verein angehört, würdigte den Heimatverein als einen, der in der Stadt sehr stark wahrgenommen wird und vielen Leuten Freude bringt. Die Mitglieder setzen sich für das Gemeinwohl und auch für andere Vereine ein - neben dem Plattdeutschnachwuchs wird auch das Jugendzentrum unterstützt.

Die kurz bevorstehende Buga nahm Hans-Jürgen Nisch zum Anlass, alle Bewohner der Stadt und der Ortschaften dazu aufzurufen, zur Verschönerung der Stadt beizutragen. Nicht nur Vorgärten und Balkons sollten erblühen, auch vor Betrieben, Einrichtungen, Autohäusern, Geschäften und Gaststätten könnte mit Blumen viel bewirkt werden. "Tragen wir alle dazu bei, dass sich die Stadt im Festtagskleid zeigt und das Ereignis durch unsere Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit bei allen in guter Erinnerung bleibt."