Havelberg l Das Foto von Ute Schröter vor einer Woche in der Zeitung hat für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Denn nicht nur die Kurzhaarfrisur ist neu an ihr. Sie hat auch abgenommen. Wie hast du das gemacht, welche Diät hast du gewählt, kannst du Tipps geben - Fragen, die die Töpfermeisterin in den vergangenen Tagen vielfach beantwortet hat. Da hatte sie die Idee, einen Erfahrungsaustausch mit folgendem Kochkurs zu initiieren. In ihrer Funktion als Vorsitzende des Vereins "denkMal und Leben" lädt sie dazu am kommenden Mittwoch, 25. März, alle Interessenten in die Domkurie in der Domherrnstraße 8 ein.

Bei ihr war es die Diagnose Diabetes, die sie zu einer kompletten Nahrungsumstellung veranlasst hat. Das war im November. Krankheitsbedingt hatte sie zwar vorher schon abgenommen. Mit der vor allem kohlenhydratarmen Ernährung hat sie inzwischen 20 Kilogramm geschafft. Doch das ist gar nicht das Wichtigste. Vielmehr ist sie froh, dass sie es ohne Spritzen und Tabletten schafft, ihren Insulinspiegel auf dem richtigen Niveau zu halten. Und: "Der Körper ist ganz anders fit."

Es ist nicht so, dass sie nicht früher schon auf gesunde Ernährung geachtet hat. "Ich stamme von einem Biohof." Doch wenn es schnell gehen musste, wurde abends eben eine Pizza in den Ofen geschoben. Cola trinkt sie jetzt nicht mehr, und auch die leckeren Brötchen, die ihr Mann aus Berlin mitbringt, stehen nicht mehr auf dem Speiseplan. Ihr Diabetes-Messgerät hat ihr genau angezeigt, was den Spiegel hochsteigen lässt und was nicht. Die Auskunft der Ärzte, sie könne weiterhin alles essen, müsse eben nur entsprechend spritzen, hatte ihr nicht gefallen. "Ich will nicht im Alter an der Dialyse hängen." Ute Schröter hat viel im Internet gelesen und zum Beispiel auch ihr favorisiertes Kochbuch entdeckt. Aus diesem kocht sie am Mittwoch ihr Lieblingsgericht und bietet Kostproben an.

Diabetes als Chance - so sieht sie das Motto für sich und gibt ihre Erfahrungen gern weiter. "Wenn ich mir überlege, dass ich zwei Tonpakete mit mir rumgeschleppt habe." Ihr großes Vorbild ist ein griechischer Töpfer, der große Keramiken herstellt. "Ich dachte immer, man muss groß sein, um so groß drehen zu können. Man muss sich selbst auf die Schliche kommen."

Wie sie es geschafft hat, das liebgewonnene Brötchen gegen mit Frischkäse bestrichene Mohrrüben einzutauschen, berichtet sie am Mittwoch ab 18.30 Uhr. Als nächstes könnte es einen Kochkurs geben. Sie kann sich vorstellen, Fachleute einzuladen. Auf gar keinen Fall aber will sie in Konkurrenz zu anderen Leuten stehen, die zum Thema Ernährung Angebote machen. Jeder, der in den Erfahrungsaustausch treten will, ist willkommen. Der D8-Verein lädt dazu ein. Der Eintritt ist kostenlos.