Zu einer seiner letzten Amtshandlungen weilte der Direktor und theologische Vorstand des Landesausschusses für Innere Mission (LAFIM), Pfarrer Matthias Fiedler, jetzt im Evangelischen Seniorenzentrum Havelberg.

Havelberg l Er kam in Begleitung seiner Nachfolgerin, Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau. Denn Matthias Fiedler geht in den Ruhestand.

Die Leiterin des Seniorenzentrums, Dorette Herper, begrüßte die Gäste in der Tagespflege des neuen Erweiterungsbaues und führte sie durch das gerade erst errichtete Gebäude.

In der anschließenden Gesprächsrunde stellte sich Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau vor. Vor ihrem Wechsel zum LAFIM war die erfahrene Diakonikerin Geschäftsführerin der Diakonie-Station Steglitz und des Evangelischen Pflegeheims Lutherstift - beides in der Trägerschaft des Diakonievereins Steglitz - und eine von drei Geschäftsführern des Diakonie Pflege-Verbundes Berlin mit rund 950 Mitarbeitenden. Friederike Pfaff-Gronau ist gebürtige Rheinländerin. Nach ihrem Theologiestudium an der Kirchlichen Hochschule in Berlin und der Ruprecht -Karls-Universität Heidelberg übernahm sie zuerst eine Sonderdienststelle als Seelsorgerin am Klinikum Leverkusen. Seit 1996 lebt sie mit ihrer Familie in Berlin.

Von der Havelberger Einrichtung war sie sehr angetan und lobte das Engagement des gesamten Teams unter der Leitung von Dorette Herper.

Dann ging die Vorstellungsreise für die Pfarrerin weiter in die nächste Einrichtung des LAFIM.

Mit einem großen Gottesdienst und Empfang in der Potsdamer Nikolaikirche verabschiedete der Landesausschuss für Innere Mission am vergangenen Mittwoch seinen theologischen Vorstand, Pfarrer Matthias Fiedler, in den Ruhestand. Am gleichen Ort war er 1996 in sein Amt als Direktor des LAFIM eingeführt worden. Matthias Fiedler erhielt in diesem Gottesdienst aus den Händen der Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, Kirchenrätin Pfarrerin Barbara Eschen, seine Ruhestandsurkunde.

Mit Humor und Ernst

In den nahezu 20 Jahren seiner Amtszeit hat der LAFIM viele strukturelle Änderungen durchlaufen. In den knapp zwei Jahrzehnten sind Vorstände gekommen und gegangen. Pfarrer Matthias Fiedler, später nicht nur Direktor, sondern auch theologischer Vorstand des LAFIM, stand für Kontinuität und vor allem die Beständigkeit des Geistlichen. Durch und durch Theologe und Pfarrer, hat er den Landesausschuss geistlich geprägt wie kaum ein anderer vor ihm. Unaufdringlich, mit Humor und Ernsthaftigkeit hat er das Wort Gottes gepredigt. Er begleitete und taufte viele Mitarbeitende, die nicht in der Kirche waren, auf ihrem Weg zum Glauben. Ihr Weg zum Glauben begann in seinen Anfängerschulungen im Hotel "Haus Chorin", in der Nähe des brandenburgischen Chorin, die Matthias Fiedler jährlich durchführte. Zu diesen Schulungen kamen Mitarbeitende, die neu im LAFIM waren und die Probezeit hier bestanden hatten. Legendär sind auch seine Andachtsschulungen, mit denen er Mitarbeiter befähigte, in den Einrichtungen Andachten zu halten und das Wort Gottes weiterzugeben.

Gern Neues ausprobiert

Und auch der Blick auf das Ende seiner Amtszeit hat ihn nicht davon abgehalten, Neues auszuprobieren und zu wagen. So hat er noch für Auszubildende eine eigene Anfängerschulung ins Leben gerufen. Es war auch die Idee von Pfarrer Fiedler, in den Einrichtungen Diakoniebeauftragte zu etablieren, die die Einrichtungsleitungen darin unterstützen, dass es ein geistliches Angebot vor Ort gibt. Auch der Besuchstag des theologischen Vorstands ist hier immer ein wichtiger Baustein gewesen. "Hier", so sagte er einmal, "kann man die Diakonische Seele einer Einrichtung sehen".

Zum Besuchstag gehörten immer Besuche auf den Zimmern der Bewohner, aber auch eine Bibelstunde oder eine theologische Weiterbildung. Ebenso hat er auch die Weiterbildung zu christlichen Themen eingeführt. Matthias Fiedler war es aber auch immer wichtig, den Blick nach außen zu öffnen, wo außerhalb unserer Grenzen, Menschen unsere Hilfe und Unterstützung brauchten. So nahm er damals auch die Einladung des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Manfred Stolpe an, sich an einem Hilfsprojekt für Tilsit zu beteiligen. Über rund anderthalb Jahrzehnte hat Matthias Fiedler dieses Spendenprojekt begleitet und Mitarbeitende eingeladen, es ihm gleichzutun, so wie er es heute mit dem Spendenprojekt für Moldawien macht. Er hat durch die Kraft des Wortes gewirkt. Den Auftrag zur Inneren Mission hat er mit Wort und Werk gelebt.

Bei der Verabschiedung gab es Grußworte von Staatssekretärin Almuth Hartwig-Thied, von Martin Matz, Vorstand der Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, und Generalsuperintendentin Heilgard Asmus aus dem Sprengel Potsdam.

 

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