Schönhausen (asr) l "Mein Lieblingsplatz? Kann ich gar nicht sagen! Ich bin überall in der Gemeinde gern. Vielleicht an der Elbe, auf dem neuen Deich - das sehe ich mir gern an. Denn das gibt Sicherheit. Wenn erst einmal alle Abschnitte saniert sind, dann können wir beruhigt sein und müssen nicht mehr bangen, dass uns so eine Katastrophe ereilt wie im Juni 2013." Diese Zeit hat Schönhausens Bürgermeister Alfons Dobkowicz, der auch in der kommenden Wahlperiode gern das Amt bekleiden möchte und sich zur Wahl stellt, sehr geprägt. Die im Ort gebliebenen Menschen, zu denen auch er gehörte, hätten die Situation auf der Insel ganz gut gemeistert. "Es gab keinen Zank und keinen Streit und es hat sich gezeigt, dass Menschen in der Not zusammenhalten können. Das sah ein paar Wochen danach teilweise anders aus, was aber auch verständlich war, weil die Nerven bei allen Betroffenen blank lagen." Der Herausforderung des kommunalen Wiederaufbaus will sich Alfons Dobkowicz gern stellen, "damit haben wir noch ein paar Jährchen zu tun". Allerdings bringe das auch Gutes - die neue Turnhalle beispielsweise oder die Straße zum Damm. Gerade wegen der zahlreichen Straßenbauarbeiten auch in Schönhausen werde es Einschränkungen geben, die man hinnehmen muss. Immer wieder lobt der Bürgermeister die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde.

Wenn er auf die zurückliegenden sieben Jahre blickt, ist der 61-Jährige ganz zufrieden. Er habe alle Wahlversprechen eingehalten, unter anderem die Vereine und das Gewerbe zu unterstützen, eine bürgernahe Politik zu betreiben und eine Ärztin nach Schönhausen zu holen. "Eins habe ich aber nicht geschafft: Betreutes Wohnen in Schönhausen zu schaffen. Investoren zu finden, ist nicht einfach. Zumindest aber werden die Wohnungen, die wir als Gemeinde jetzt schaffen, altersgerecht angelegt", spricht er den Ersatz für das "Melkerhotel" an.

Das Bürgermeisteramt für so eine große Gemeinde wie Schönhausen mit den Dämmen und Hohengöhren als Ortsteile zusammen mit seinem Betrieb unter einen Hut zu bringen, ist Alfons Dobkowicz auch besonders in den letzten zwei sehr arbeitsreichen Jahren gelungen. Selbstständig ist der gebürtige Hohengöhrener seit 1990. "Den Antrag auf Eröffnung eines Betriebes für Gas- und Wasserinstallationen hatte ich im turbulenten Wendejahr 1989 gestellt, am 1. Juni 1990 ging es los - ich habe also 25-jähriges Betriebsjubiläum." Als Ein-Mann-Betrieb musste er nie Aufträge weit weg annehmen, Arbeit für ihn selbst gibt es in der Region genug, "so kann ich mir die Zeit ganz gut einteilen." Zeit nimmt er sich auch für die Jubilare. Die Senioren, die einen runden Geburtstag haben, bekommen Besuch, allein im Januar waren es zwölf und im Februar neun, "wie soll der Bauch da weniger werden, wenn es immer so leckeren Kuchen gibt?"

Erlernt hatte er den Beruf bei der PGH Aufbau, die dann in den VEB Thermoplast umgewandelt wurde. Dass es diesen Betrieb heute noch gibt und er die Wende und die Flut überstanden hat, macht Alfons Dobkowicz froh. 1981 übernahm er beim Gemeindeverband Schönhausen die Leitung der Abteilung Gas-Wasser, er machte seinen Meister im Maschinenbau und 1992 dann noch seinen Meister für Gas-Wasser-Installationen. Auch eine Qualifikation für Heizungen kam noch dazu.

Da ihn die Lokalpolitik interessierte, ließ er sich 1994 als Kandidat für die Wahl in den Gemeinderat aufstellen.

Große Wünsche hat Alfons Dobkowicz nicht. Mit seiner Frau Dagmar fährt er eine Woche an die Ostsee "und ich versuche, endlich mal wieder zum Angeln zu gehen. Aber es gibt derzeit so viele Dinge in der Gemeinde, die angeschoben werden müssen - da ist die Zeit besser investiert."