Stendal l Vier Personen haben sich als Mitarbeiter des Jugendamtes ausgegeben und sich somit Zutritt zu einer Wohnung verschafft, um angeblich nach dem Wohl des dort lebenden zweijährigen Jungen zu sehen, und das am Freitagabend gegen 23 Uhr. Dem Bewohner kam das scheinbar selbst komisch vor. Er meldete den Vorfall der Polizei.

"Sie müssen den Mitarbeiter, wenn Zweifel bestehen, nicht in die Wohnung lassen", erklärt Angela Vogel, Pressesprecherin des Landkreises Stendal: "Hausbesuche finden in der Regel nur zu den betriebsüblichen Dienstzeiten statt und werden von zwei Kollegen durchgeführt." Natürlich gebe es auch Einsätze außerhalb dieser Zeiten, dann aber nur bei Gefahr im Verzug, also im Falle der Kindswohlgefährdung. Dann zumeist in der Begleitung der Polizei.

Was aber können die Unbekannten Freitagabend im Zimmer des Zweijährigen gewollt haben? "Es besteht die Möglichkeit, dass sich die falschen Amtspersonen Zutritt zur Wohnung verschafft haben, um auszukundschaften und anschließend eine Straftat begehen wollten", sagte Franziska Hain von der Polizeidirektion Stendal. Möglich sei auch, dass man die Familie habe verunsichern oder verängstigen wollen.

Was aber können Menschen tun, wenn sich Unbekannte fälschlicherweise als Amtspersonen ausgeben und vor der Tür stehen? Niemanden reinlassen, da sind sich Polizei und der Landkreis Stendal einig. Im Zweifelsfall die entsprechende Behörde anrufen und nachfragen, ob ein entsprechender Einsatz geplant ist. Außerhalb der Dienstzeiten ist die Polizei Ansprechpartner. Diese kümmert sich jetzt auch um die Aufklärung dieses Falls. Eine Anzeige wegen Amtsanmaßung wurde aufgenommen.