Der Tag der offenen Tür bei der Havelberger Feuerwehr am 1. Mai hat seit vielen Jahren Tradition. So auch gestern wieder.

Havelberg l Richtig gemütlich machten es sich gestern wieder viele Havelberger, vor allem Familien, auf dem Areal der Havelberger Stadtwehr an der Pritzwalker Straße.

In viel mühevoller Vorbereitungsarbeit hatten die Kameradinnen und Kameraden sowie fleißige Helfer wieder dafür gesorgt, dass sich sowohl Erwachsene als auch Kinder auf dem Gelände wohl fühlen konnten. Vor allem für die Jüngsten war Kurzweil angesagt - Mitarbeiter(innen) der Kindertagesstätten, des städtischen Hortes und des Jugendzentrums boten verschiedene Spiele an. Und die Jugendfeuerwehr lud zum Zielspritzen ein.

Als Attraktion erwies sich wieder der Wettbewerb im Kistenstapeln - mit Maurice Jadatz und Rico Leu schafften es dabei gleich zwei Havelberger Jungs, jeweils 15 Bierkästen übereinander zu stapeln. Mehr ging auch nicht, denn der Turm war dabei so hoch angewachsen, dass es nicht mehr möglich war, dem auf diesem stehenden mutigen Teilnehmer weitere Kisten zu reichen.

Andrang herrschte aber nicht nur an dieser Station, sondern auch bei den Stadtrundfahrten für Kinder in einem Löschfahrzeug der Havelberger Feuerwehr; die Wiederankunft des W50 am Depot wurde immer mit einem kurzzeitigen Ertönen des Martinshornes angekündigt.

Und schließlich schmeckte den Gästen auch der von "Chefkoch" Peter Wernicke in der Feldküche gekochte Erbseneintopf, mit oder ohne Bockwurst, wieder ausgezeichnet - jedenfalls gab es keine Klagen.

Alarmierung mitten im Fackelumzug

Der Vorabend des 1. Mai stand am Feuerwehrgerätehaus wieder ganz im Zeichen des Tanzes in den Mai, allerdings spielte die nasskalte Witterung dabei den fleißigen Organisatoren in die Karten, so dass der Besuch nicht ganz so gut ausfiel.

Begonnen hatte der Abend mit dem Fackelumzug vom Wasserturm aus - und mittendrin in diesem mit einer Überraschung für die Teilnehmer. Denn die Einsatzfahrzeuge, die den Zug absicherten, machten plötzlich kehrt, ihre Martinshörner an und sich auf und davon. "Dass hat es so noch niemals gegeben. Aber mitten in diesem Fackelumzug haben wir eine Alarmierung zum Gasthaus im Mühlenholz erhalten", klärte Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler das Geschehen auf. "Und da alle Fahrzeuge gut besetzt waren, hatten wir eine Ausrückezeit von gerade Mal zehn Sekunden. So schnell sind wir noch nie zu einem Einsatz gefahren."

Im Gasthaus war es unter einem Elektroschrank zu einem Entstehungsbrand mit starker Rauchentwicklung gekommen. Geistesgegenwärtig hatte ein Gast des Hauses das Feuer aber bereits vor Eintreffen der Einsatzkräfte mit einem Pulver-Feuerlöscher erstickt und damit Schlimmeres verhindert. Der Schrank jedoch erlitt Totalschaden. "Wir haben dann nur noch kontrolliert, ob keine Gefahr mehr von dem Brandherd ausgeht", so Ulrich Ziegler. Das war zum Glück nicht der Fall.

   

Bilder