Was einmal weggebrochen ist, lässt sich später nur schwer wieder aufbauen: Das trifft auch auf den 2004 geschlossenen Jugendtreff am Fehnweg in Sandau zu.

Von Ingo Freihorst

Sandau l Im Fehnweg hat inzwischen eine Firma ihren Sitz - und andere geeignete Räume sind in Sandau nur schwer zu finden. Mit dem Gymnastikraum der Turnhalle bietet die Stadtverwaltung der Jugend nun einen Kompromiss an: Manche Sportler betrachten das Angebot mit tiefem Misstrauen - wer sorgt für Sauberkeit?

Dass die Jugendlichen hier nicht über die Stränge schlagen wie an ihren Treffs in der Stadt, dafür soll die Betreuerin Isolde Bischoff sorgen. Der Kreis-Kinder- und Jugendring hatte sich für diese neue Stelle eingesetzt, berichtete Rolf Müller vom Jugendzentrum aus Havelberg auf der Sitzung mit Eltern und Jugendlichen in Sandau. Das Jugendzentrum wird mit seiner Streetworkerin Heidrun Maas in Sandau vertreten sein, auch hilft es bei der Ausstattung des Jugendraumes und unterbreitet Angebote.

"Wir haben lange überlegt, es ist leider keine befriedigende Situation", erklärte Bürgermeister Henry Wagner. Sollte die Aktion aus dem Ruder laufen, würde die Stadt sie sofort abbrechen. - Deshalb sollten die Jugendlichen Rücksicht nehmen, auch in ihrem eigenen Interesse.

Start wieder beim Punkt Null

"Ihr müsst die Sandauer überzeugen, dass die Jugend nicht schlecht ist", mahnte Rolf Müller. Und erinnerte daran, dass im Dezember 1994 der Jugendtreff in der alten Turnhalle in Sandau eröffnet hatte, in den zehn Jahren seines Bestehens wurde viel aufgebaut - jetzt startet man in Sandau wieder beim Punkt Null.

Der neue Jugendraum wird an sechs Tagen in der Woche offenstehen, 20 Wochenstunden arbeitet die Betreuerin. Außerdem unterstützt die Streetworkerin; ein Klubrat, Jugendleiter und engagierte Eltern wären als Helfer wünschenswert. Offen steht der Raum für Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 27 Jahren.

Wenn es Herbst wird, könnte es Probleme bei der Raumutzung geben, denn dann trainieren die Jecken wieder. Vielleicht müsse dann verstärkt die Turnhalle genutzt werden, wurde als Alternative für die Jugend angeregt. Auch ein Teil des Stadtparks könnte als Strecke für Mountainbikes hergerichtet werden. Eine Skaterbahn, wie sie von einem Jugendlichen vorgeschlagen wurde, kann sich die Stadt allerdings nicht leisten.

Sandra Bahlke-Frank schlug vor, auch die Angebote des Jugendzentrums zu nutzen. Dafür hatte Rolf Müller den Pfingsferienplan mitgebracht, einige Interessenten aus Sandau haben sich schon für einige Veranstaltungen angemeldet.

Zum ersten Treff im Gymnastikraum kamen etwa ein Dutzend Jugendliche sowie zwei Eltern, für den Monat Mai wurde ein Plan aufgestellt.