Mario Jeske und Werner Johannigmann trafen sich vor kurzem an der Bushaltestelle im Vehlgast-Kümmernitzer Ortsteil Waldfrieden. Die beiden Männer berieten dort Einzelheiten über den Bau eines zehn Meter hohen Mastes, der von hier aus die Haushalte von Waldfrieden mit einem W-DSL-Funksignal versorgen soll.

Waldfrieden. Mario Jeske ist Großkundenbetreuer in der Kommunikationsfirma "Arche NetVision", Werner Johannigmann ist Bauplaner. Die Arche NetVision hatte von der Einheitsgemeinde Havelberg den Zuschlag für die Erschließung der noch unterversorgten Gebiete in ihrem Bereich erhalten. Weil die Kabelvariante zu teuer würde, setzte man auf eine Funklösung. Das Bundesland bezuschusst den unrentierlichen Teil, so dass keine Mindestanzahl an Kunden mehr nötig ist.

Dreh- und Angelpunkt ist der Vodafone-Turm in Kamern, hier nimmt das W-DSL-Signal seinen Anfang. Das "W" in der Bezeichnung steht für "wireless", also drahtlos. Vodafone muss erst seine Zustimmung zur Mitnutzung des Turmes geben, derzeit werden die Unterlagen geprüft. Das kann jedoch dauern.

In einem ersten Schritt werden die Ortschaften Kuhlhausen, Damerow und Vehlgast von Kamern aus mit dem Signal versorgt. Das Signal sei in Kuhlhausen sehr gut zu empfangen, hatte Mario Jeske bei einem Test erfahren. Dazu wurde in Kamern am Turm eine Arbeitsbühne 20 Meter hoch ausgefahren, in Kuhlhausen empfing er das Signal mit Hilfe einer Stange. Später wird die Anlage in Kamern in noch größerer Höhe installiert.

In Damerow wird ebenfalls ein Funkmast errichtet, er fängt das Signal aus Kleindamerow ein. Von Damerow aus wird eine Glasfaserleitung über Waldfrieden hin nach Kümmernitz verlegt. Der Wald macht dies erforderlich, denn das Richtfunksignal kann nur auf Sicht übertragen werden.

Kuhlhausen soll im zweiten Quartal angeschlossen werden, die restlichen Orte spätestens zum Ende jenes Quartals. Die Frist endet laut Ausschreibung am 30. Juni. Doch könnte sich dies noch verzögern, weil die Arche NetVision auf die Zuarbeit anderer Firmen wie Vodafone angewiesen ist.

Die Ortschaft Jederitz wird anschließend vom Vodafone-Turm in der Havelberger Elbstraße aus versorgt. Erst dieser Tage hatte seine Firma die Unterlagen zu diesem Mast von dessen Betreiber erhalten, so Mario Jeske.

Das W-DSL-Signal besitzt eine Bandbreite von bis zu 10 Megabits pro Sekunde. Auch ist es hiermit möglich, ohne einen Festnetzanschluss zu telefonieren. Internetnutzer können zudem gleichzeitig telefonieren und surfen.