#NULL#Symbolisch hat Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff (CDU) gestern den Startschuss für das Projekt Bürgerarbeit in Havelberg gegeben. Er überreichte drei Langzeitarbeitslosen ihre Arbeitsverträge. Im Anschluss zeichnete er in der Werft die Kiebitzberg GmbH & Co. KG als "Unternehmen des Montags Februar 2011" aus (siehe Wirtschaftsseite).

Havelberg. Annett Winter, Ivette Bolik und Jörg Wienecke sind froh, wieder einer festen Arbeit nachgehen zu können. Nach langer Arbeitslosigkeit gehören die drei zu den 27 Frauen und Männern, die in der kommenden Woche im Projekt Bürgerarbeit ihre Tätigkeit aufnehmen. Sie werden im Mühlenholz im Naturschutzbereich tätig sein. Gestern erhielten sie von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff ihre Arbeitsverträge. Im Forstaus des Fördervereins "Naturschutz im Elb-Havel-Winkel" waren unter anderem Vertreter des Jobcenters, der Gesellschaft für Arbeitsförderung und Sanierung und Vereinsmitglieder zugegen.

Zunächst hatte sich der Minister gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten der CDU, Nico Schulz, am ehemaligen Baustoffwerk über die Arbeit informiert, die 15 Bürgerarbeiter dort bereits seit Januar erledigen. Das viele Jahre brach liegende Gelände soll für die Bundesgartenschau 2015 und insgesamt für die Stadt Havelberg gestaltet werden. Es ist Teil des Projektes, zu dem auch Arbeiten im Mühlenholz gehören. Dabei übernehmen die Bürgerarbeiter nur solche Tätigkeiten, die nicht in den ersten Arbeitsmarkt eingreifen, versicherte Bürgermeister Bernd Poloski. Wie berichtet, sichern sie in dem alten Werk Materialien, die noch verwendbar sind. Der Abbruch der Häuser werde an Fachfirmen vergeben.

Bezogen auf die Einwohnerzahl hat Havelberg die meisten Bürgerarbeiter im Land, sagte Haseloff, der das Projekt, das mittlerweile bundesweit läuft, entwickelt hat. Das sei in der strukturschwachen Region durchaus angemessen. Insgesamt werden in Havelberg und Sandau in dem Projekt 180 Frauen und Männer für drei Jahre eine sozialversicherungspflichtige Arbeit im gemeinnützigen Bereich erhalten.

Dass es sogar mehr Bürgerarbeiter geben würde, die vermittelt werden könnten, und auch mehr Bedarf, berichtete Iris Warnstedt vom zuständigen Jobcenter. Insgesamt wurden 680 Personen aktiviert, 550 könnten in die sogenannte Aktivierung für ein halbes Jahr an den Bildungsträger BBA vermittelt werden. Bei der Auswahl, wer eine Bürgerarbeit bekommt, haben Familien mit Kindern, wo beide Elternteile arbeitslos sind, Vorrang, ebenso alleinstehende Mütter.

Wieder regelmäßig zur Arbeit gehen zu können und eigenes Geld zu verdienen, sei für ihn und seine Familie sehr wichtig, sagte Jörg Wienecke, der zehn Jahre arbeitslos war. Für drei Jahre eine Perspektive zu haben, findet Annett Winter gut. "Da kann man auch mal ein bisschen planen." Endlich wieder rauszukommen und was Neues machen zu können, darauf freut sich Ivette Bolik.