Klietz. Holz machen - diese Arbeit entdecken in Zeiten von immer teurer werdendem Öl, Gas und Strom auch immer mehr Bewohner des Elbe-Havel-Landes für sich, lässt sich doch mit Holz ein Ofen oder Kamin kostengünstig beheizen. Wie mühsam die Arbeit einst war und wie moderne Maschinen heutzutage für Erleichterung sorgen, konnten die Besucher am Sonnabend beim ersten Winter-Gewerke-Tag des Klietzer Heimatvereins auf dem Hofmuseum sehen. Beim Betreten des Hofes fiel gleich der Zaun auf, den Waldi Eckert und Bernhard Prössel schon vorgebaut hatten. "Man nimmt dünne Stämme, borgt sie ab, schneidet sie längs einmal durch, damit zwei halbrunde Latten entstehen, reiht sie aneinander und nagelt sie auf einer Querlatte fest - fertig ist ein Zaunfeld." Und zwar ein ganz individuelles, nicht ganz gerade und auf exaktes Maß geschnitten, "gehalten hat es auch 15 Jahre, die Baumarkt-Zäune schaffen auch nicht mehr".

Dass man aus Holz nicht nur Zäune anfertigen oder es verheizen kann, zeigten Hans-Dieter Haßkerl aus Havelberg und Steffen Menze aus Schollene. Sie demonstrierten, wie geschickt sie mit der Kettensäge umgehen können - Pilze und ein Adler entstanden. Eine alte Maschine von 1930 fertigte Stiele und mit dem Brenneisen konnte man Baumscheiben kennzeichnen.

Wer heute schnell viel Holz zerkleinern will, nimmt anstatt des Beils den Spalter. Uwe Läufer führte vor, wie rasch ein dicker Klotz zerteilt ist. Eine große Maschine kann noch mehr: Sie zersägt die im Wald auf einen Meter Länge geschnittenen Stämme und zerteilt sie auch gleich, so dass am Ende das fertige Brennholz herauskommt.

Während die Männer früher im Winter Holz machten, hatten die Frauen Zeit für Handarbeit. Im Spinnstübchen drehten sich die Räder und die Stricknadeln klapperte.

Am Ende des Winter-Gewerke-Tages war das Team des Heimatvereins zufrieden mit dem Besucherinteresse, "das wiederholen wir nächstes Jahr!"

   

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