Havelberg. Der Bedarf der Havelberger Sekundarschule "Am Weinberg" an Berufswahlpässen ist für ein Weilchen erst einmal gedeckt. "Für die nächsten vier Schuljahre dürften sie reichen", freute sich der stellvertretende Schulleiter Ulrich Gruber, nachdem Heike Jähnel, Wehrdienstberaterin in Stendal, am Montag gleich 200 nagelneue Berufswahlpass-Ordner in der Schule abgegeben hatte.

"Die Stendaler Wehrdienstberatung arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Havelberger Sekundarschule zusammen", erklärte Heike Jähnel im Gespräch mit der Volksstimme. In speziellen Veranstaltungen zum Beispiel würden Schülern der oberen Klassenstufen im Unterricht Berufe und Perspektiven bei der Bundeswehr vorgestellt. "Zudem sind wir fast immer mit einem Informationsstand auf dem Schwimmbadfest der Sekundarschule vertreten und laden Jugendliche zum Girls-Day für einen Tag in die Havelberger Elb-Havel-Kaserne ein", berichtete die Wehrdienstberaterin, die in Havelberg zu Hause ist.

"Im Magdeburger Bereich unterstützt die Bundeswehr bereits Schulen, in denen die Schüler mit Hilfe des Berufswahlpasses an ihren späteren Ausbildungsberuf herangeführt werden. Dass auch ,Am Weinberg\' in Havelberg schon seit mehreren Jahren mit diesem wichtigen Material gearbeitet wird, ist mir erst jetzt bekannt geworden", sagte Heike Jähnel. Die Bitte der Schule um Unterstützung - Ulrich Gruber fragte bei der Wehrdienstberatung der Bundeswehr in Magdeburg nach - fand Gehör und wurde an Heike Jähnel weitergeleitet. Am Montag stand sie schließlich mit 200 neuen Berufswahlpässen im Gepäck vor der Schultür in Havelberg. "Das erste Blatt haben wir in die Ordner bereits eingelegt - mit Informationen zu den beruflichen Perspektiven bei der Bundeswehr", meinte sie schmunzelnd bei der Übergabe. Ulrich Gruber nahm die Berufswahlpässe dankend entgegen. "Durch diese Sachspende sparen wir rund 1200 Euro. Denn bisher mussten wir die Anschaffung der Berufswahlpässe immer aus dem Budget der Schule bezahlen", so der stellvertretende Schulleiter.

Seit einem im Jahr 2005 gestarteten Modellversuch über drei Jahre arbeitet jeder Schüler ¿Am Weinberg\', ganz gleich ob in Haupt- oder Realschulklassen, ab der Klasse 8 mit dem Berufswahlpass. "Da das Fach Wirtschaft ab diesem Schuljahr auch schon in der Klassenstufe 7 auf dem Stundenplan steht, haben wir nun erstmals auch die Siebtklässler mit dem Berufswahlpass ausgestattet", informierte Ulrich Gruber. Die Arbeit damit beschäftigt die Jugendlichen dann bis zur 10. Klasse.

Was der Berufswahlpass eigentlich ist? Er gibt jungen Menschen schon frühzeitig Orientierung bei der Wahl eines passenden Berufes, hilft, die Stärken eines jeden Einzelnen zu entdecken und zu fördern und schließlich in einen passenden Beruf einzubinden. In dem Ordner werden deshalb unter anderem Angebote zur Berufsorientierung abgeheftet sowie alle Dokumente, die untrennbar mit dieser verbunden sind, wie Zeugniskopien, Bescheinigungen für schriftliche Bewerbungen, Nachweise über die Teilnahme an Praktika und so weiter.