Während im Hauptgebäude des einstigen Schönhauser Bismarck-Gutes II erst noch die letzten Planungsarbeiten für den Umbau zum Bürgerzentrum erfolgen müssen, sind die Handwerker im rechten Nebengebäude - der alten Aula - bereits voll im Gange.

Schönhausen. "Nach so kurzer Bauzeit ist schon ordentlich was geschafft", freut sich Carola Mund über den zügigen Fortschritt in der unteren Etage des Hauses. Hier wird sie ihre neue Praxis für Physiotherapie einrichten - zur Eröffnung voraussichtlich im Juni feiert sie gleichzeitig ihr 20-jähriges Betriebsjubiläum.

Die Entscheidung, dieses große Projekt in Angriff zu nehmen, haben sich Karola und Jürgen Mund reiflich überlegt. Als Anfang letzten Jahres bekannt wurde, dass die Gemeinde das Nebengebäude verkauft und aus dem Haupthaus tatsächlich das Bürgerzentrum wird, entschieden sie sich für diese Investition. Denn die Bedingungen in der jetzigen Physiotherapie in einer großen Wohnung des Neubaublockes Am Mühlenberg sind nicht gerade ideal. Das fängt bei den Treppenstufen an und hört bei den Kabinen auf, die teilweise nur durch Vorhänge voneinander getrennt sind.

In der neuen, zentral gelegenen Praxis mit ausreichend Parkplätzen vor der Tür gibt es sechs separate Behandlungsräume für Elektrotherapie, Packungen, Massagen und Krankengymnastik. Letzterer ist mit 20 Quadratmetern am größten und bietet ausreichend Platz für die verschiedenen Übungen. Auch ein großes Wartezimmer und eine Anmeldung werden angelegt. Zuletzt hatten sich in diesem Bereich zwei Klassenzimmer befunden, zu Zeiten der Hans-Beimler-Oberschule war es die Küche samt Essenraum.

Und die obere Etage, die als Aula diente? "Die bleibt, wie sie ist. Hier finden künftig sämtliche Kurse statt, die ich und meine Mitarbeiterinnen jetzt in der Grundschul-Turnhalle oder auch im Seniorenraum anbiete." Karola Mund berichtet, dass sie das Kursprogramm noch erweitern möchte. Gegenwärtig sind es Rückenschule und Herz-Kreislauf-Training bei Aroha und mit dem Flexibar. Auch kleinere Gruppen, in denen dann ganz gezielt beispielsweise Knie- oder Hüfterkrankungen behandelt werden können, sind möglich. Und noch ein Plan: "Wenn auch nicht gleich zur Eröffnung, aber doch in absehbarer Zeit will ich in der oberen Etage auch noch Geräte für den Muskelaufbau beim Kraft-Ausdauer-Zirkel aufstellen."

Trockenbauer, Heizungs- und Sanitärinstallateure und Elektriker geben sich derzeit die Klinke in die Hand. Denn während an der denkmalgeschützten Hülle des von 1730 stammenden Hauses nichts erneuert werden muss, bedarf innen doch alles der Erneuerung. Auch ein behindertengerechtes WC wird angelegt. Das Herausreißen der starken Wände in dem alten Gebäude stellt sich dabei schwieriger als erwartet dar.

Bei dieser Investition in die Zukunft hat Karola Mund auch an ihre Tochter Franziska gedacht. Die junge Frau ist gelernte Physiotherapeutin in Wolfsburg und studiert jetzt Management im Gesundheitswesen. Sie kann sich sehr gut vorstellen, in ein paar Jahren in ihren Heimatort Schönhausen zurückzukehren.