Täglich 24 Stunden lang stehen die 17 Rettungssanitäter und -assistenten der Rettungswache der Johanniter Unfall-Hilfe (JUH) in Havelberg - jede Schicht ist mit mindestens fünf Kräften besetzt - bereit, gesundheitlich in Not geratenen Menschen schnellstmöglich Erste Hilfe zukommen zu lassen. Und das nicht nur in Havelberg und Umgebung, sondern auch länderübergreifend bis weit ins Brandenburgische hinein.

Havelberg. Die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres sprechen eine deutliche Sprache. Reinhard Doberenz vom Vorstand des JUH-Regionalverbandes Magdeburg/Altmark/Börde/Harz stellte sie am vergangenen Freitag in Havelberg vor. "540 Mal rückte das Notarzt-Einsatzfahrzeug aus, 913 Mal der Rettungswagen. Außerdem fuhren die Johanniter der Havelberger Wache 233 Einsätze als Krankentransporte." Etwa jede fünfte Alarm-Fahrt führte ins Land Brandenburg. Bis hin nach Bad Wilsnack beziehungsweise bis in den Bereich der Bundesstraße 5.

Insgesamt legten die drei Einsatzfahrzeuge im Vorjahr eine Strecke von 66 376 Kilometern zurück. Mehrmals wurde zur Unterstützung auch ein Rettungshubschrauber angefordert, zum Beispiel wenn der Havelberger Notarzt gerade mit einem anderen dringenden Fall beschäftigt war.

Zu den Besonderheiten des Jahres 2010 gehörten vier Entbindungen auf dem Weg zur Klinik nach Stendal. "Unsere Rettungswagen-Besatzungen sind auf solche Situationen jedoch bestens vorbereitet. Nicht zuletzt dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Hebamme Ute Knospe", berichtet Horst Habel, Leiter der Havelberger Rettungswache. So stellte sie den Johannitern für solche Fälle unter anderem eine sogenannte Entbindungstasche mit allem, was benötigt wird, um einem Baby auf die Welt zu helfen, zur Verfügung. Oftmals begleitet Ute Knospe die werdenden Mütter aber auch selbst in die Frauenklinik.

Im laufenden Jahr können sich die Mitarbeiter der Rettungswache auf eine Reihe von Investitionen freuen. Eine davon ist bereits erfolgt: Das Notarzt-Einsatzfahrzeug, das bisher immer im Freien stehen musste - auch im kältesten Winter -, hat vor kurzem eine eigene Garage erhalten. "Und zwischen Juni und Oktober dieses Jahres beabsichtigen wir, den gesamten Fahrzeugpark in Havelberg gegen einen neuen auszutauschen", überbrachte Reinhard Doberenz eine weitere schöne Nachricht. Denn die maximale Nutzungszeit von sechs Jahren würde bei allen drei Havelberger Einsatzfahrzeugen auslaufen. Der Kauf der neuen Autos - Notarzt-Einsatzfahrzeug als Allradvariante, Rettungswagen, Mehrzweckfahrzeug - sei verbunden mit der Anschaffung der modernsten Ausrüstung dafür, die derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Im Rahmen der Weiterbildung würden die Rettungssanitäter und -assistenten bereits jetzt daran geschult.

Neben der Sicherung der Einsatzbereitschaft rund um die Uhr machen sich die Johanniter aber auch anderweitig nützlich. So präsentieren sie sich mit ihrer Technik zum Beispiel bei Tagen der offenen Tür am Krankenhaus, an Schulen und Kindergärten der Region, unterstützen die Feuerwehr bei Veranstaltungen oder sichern sportliche Höhepunkte ab. Nicht zuletzt sind die Erste-Hilfe-Lehrgänge zu nennen, die Michael Dittel seit Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Fahrschule Liebsch vorbereitet und für jedermann anbietet. Sie kommen vor allem bei Führerscheinbewerbern sehr gut an.