Havelberg. Montagmorgen in der Gartensparte "Birkenweg". Es ist Frühlingsanfang. Der lange, harte Winter ist nun hoffentlich endgültig vorbei. Jeder freut sich auf die lang ersehnten ersten warmen Tage im Jahr. Zeit für die Gärtner, sich wieder auf ihren grünen Oasen zu schaffen.

An vielen der Zäune zu den über 80 kleinen, schicken Gärten in der Havelberger Sparte lehnen jetzt wieder überall Fahrräder. Die Menschen hier möchten keinen der kostbaren warmen Sonnenstrahlen ungenutzt verstreichen lassen.

Die Gärten müssen aus ihrem tiefen Winterschlaf geholt werden. Gerade zu Beginn der Saison gibt es jede Menge zu tun. Jetzt wird wieder umgegraben, gezupft, gejätet und gepflanzt. Wie in dem Garten des 59-jährigen Ronald Behn. Diesen hat zwar seine Schwiegermutter gepachtet, aber er hilft hier mit, so oft er kann. "In einem Garten gibt es immer viel zu tun. Die Beete müssen umgegraben, erste Steckpflanzen und Zwiebeln in die Erde gelassen werden. Aber bei so schönem Wetter macht mir das viel Spaß. Ich freue mich auf den Frühling und dass es endlich wieder warm wird", erklärt er.

"Das Frühjahr ist für Gärtner die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Das wichtigste ist es, zuerst den Garten wieder aufzuräumen. Sträucher beschneiden, erste Zwiebeln pflanzen und vor allem das ganze Laub und das Unkraut, welches sich über die Wintermonate angesammelt hat, zu beseitigen, damit die im vorigen Jahr angepflanzten Blumen, Obst und Gemüse wieder Platz bekommen, sich frei zu entfalten. Je nach der Größe des Gartens kann das ganz schön anstrengend werden", erzählt Irmgard Danewitz, 73. Sie hat ihren kleinen Garten hier seit der Gründung der Sparte 1967/68 und hat schon viele schöne Sommer in ihm verbringen dürfen. Sie lacht vergnügt, als die Sonne ihr ins Gesicht scheint und man merkt sofort, wie glücklich sie ist, sich endlich wieder draußen bewegen zu können. Die geliebte Arbeit an der frischen Luft hat sie während dieses Winters länger als gewöhnlich vermissen müssen.

Denn oft beginnt für viele Gartenbesitzer die Saison früher. Normalerweise sind sie bereits Mitte Februar hier, um nach dem Rechten zu sehen und auch schon erste kleinere Arbeiten zu erledigen. Das jedoch war in diesem Jahr nicht möglich. Die Böden waren hart gefroren. Erst mit dem Ende des Märzes kommen nun die ersten warmen Tage auf uns zu. Und fast als wolle man die verlorene Zeit aufholen, geht man umso eifriger ans Werk.

"Vor allem die Bäume müssen jetzt beschnitten werden. Das ist eine Arbeit für den Spätherbst, aber durch den frühen Wintereinbruch war das nicht mehr zu schaffen", erzählt Irmgard Danewitz.

Überall in der Gartensparte sind gut gelaunte Leute zu treffen. Jeder hier freut sich auf die Arbeit und vor allem auf den Aufenthalt in der Natur. "Ich werde heute Nachmittag in der Sonne meinen ersten Kaffee draußen genießen. Darauf freue ich mich schon seit Ende des letzten Sommers", erzählt eine andere Gartenbesitzerin voller Vorfreude. Und Irmgard Danewitz schließt an:

"Das schönste ist es für mich, wenn ich die erste Ernte einholen kann. Selbst wenn es nur wenig ist. Es macht mich stolz, meine selbstgezogenen Tomaten, Mohrrüben oder auch Kohlrabi zu ernten. Außerdem, selbst angebaut, schmecken sie immer noch am besten."

Den ersten Lohn für die Gartenarbeit gibt es bereits. Da, wo die Erde von dem grauen Laub befreit wurde, schimmern in leuchtenden Farben die ersten Frühblüher. Krokusse leuchten gelb und blau. Schneeglöckchen recken ihre weißen Köpfe der Sonne entgegen.

Ein kleiner Vorgeschmack auf die warmen Monate, wenn es dann überall kräftig grünt und blüht. Und an so sonnigen Tagen wie diesen rückt der kalte Schrecken des Winters plötzlich ganz schnell in die Vergessenheit.

 

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